Ausgewählte Erfolge

2012

Pette-Preis | Prof. Agnes Flöel

Als eine der erfolgreichsten und vielversprechendsten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Klinikerinnen in der deutschen Neurologie wurde Prof. Dr. med. Agnes Flöel, Berlin, mit dem Pette-Preis 2012 geehrt. Sie erhielt die Auszeichnung am im September 2012 auf dem 85. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) für ihre „herausragende wissenschaftliche Tätigkeit bei der Erforschung der Krankheiten des Nervensystems“. Laudator Prof. Dr. med. Dr. h.c. Erich Bernd Ringelstein, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, Münster, lobte die „wissenschaftlichen Glanzleistungen“ von Professor Flöel, „die für die deutsche Neurologie auch international Renommee bedeuten“.

Die Neurologin beschäftigt sich mit den kognitiven Prozessen bei Demenzen und hat beispielsweise nachgewiesen, dass eine Hirnstimulation bei älteren Patienten und Schlaganfallpatienten deren Lernen verbessert. In Zukunft möchte sie vor allem die Interaktion der neurodegenerativen Erkrankungen mit den vaskulär bedingten Hirnerkrankungen untersuchen und diese Interaktion genauer definieren.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde von der DGN zur Erinnerung an Heinrich Pette (1887-1964) gestiftet und wird seit 1969 jährlich verliehen.

Leibniz Preis | Prof. Michael Brecht

Prof. Dr. Michael Brecht erhielt den renommierten, mit 2.5 Millionen Euro dotierten, Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 2012. In der Begründung der DFG heißt es: „Der Leibniz-Preis für Michael Brecht ehrt einen Wissenschaftler, der mit originellen Forschungsansätzen und innovativen Techniken Pionierarbeit in der Neurobiologie geleistet hat.“

Prof. Michael Brecht ist seit 2006 Professor für Tierphysiologie an der Humboldt-Universität. Brechts Forschungsarbeiten, die weltweit zu beachteten Durchbrüchen geführt haben, befassen sich mit den neuronalen Grundlagen von Verhaltensleistungen. Er ist Pionier der „in vivo whole-cell“ Technik, mit der einzelne Nervenzellen im intakten Gehirn mit höchster Genauigkeit untersucht werden können. Spektakulär ist die Analyse einzelner Neurone bei freilaufenden Nagetieren. In den vergangenen Jahren hat er dieses Verfahren weiter verfeinert und vereinfacht, so dass es jetzt auch sehr effizient zur Identifikation von Zellen aus freilaufenden Tieren eingesetzt werden kann.

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG verliehen und gilt als wichtigster Forschungsförderpreis in Deutschland.

Siehe auch "Ehrung für originelle Pionierarbeit in der Neurobiologie"

2011

Einstein Professur | Prof. Dr. Dietmar Schmitz

Im März 2011 wurde Prof. Dr. Dietmar Schmitz, Sprecher des Exzellenzclusters NeuroCure, als erster Wissenschaftler mit dem Titel Einstein-Professor ausgezeichnet.

Ziel des Förderprogramms der Einstein Stiftung ist es, Berliner Universitäten bei Berufung und Bleibeverhandlungen international ausgewiesener Wissenschaftler/ -innen finanziell zu unterstützen. Dabei soll der Forschungsstandort Berlin nachhaltig gestärkt und ausgebaut werden.

Ein Interview der Einstein Stiftung mit Dietmar Schmitz

Einstein Visiting Fellow | Prof. Dr. Roger Traub

Prof. Dr. Roger Traub ist seit Dezember 2010 „Visiting Fellow“ im Rahmen der Einstein Stiftung Berlin.

Er ist Professor für Physiologie, Pharmakologie und Neurologie an der State University New York und arbeitet als Forschungsmitglied im IBM Watson Research Center.

Als Visiting Fellow besucht Roger Traub das Exzellenzcluster mehrmals im Jahr. Für NeuroCure bedeutet dies eine zusätzliche internationale Vernetzung und die Schaffung neuer Synergien durch den Austausch mit dem Spitzenforscher. 

Das Ziel des Förderprogramms „Einstein Visiting Fellow“ der Einstein Stiftung ist es, führende ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler längerfristig in die Berliner Forschungslandschaft einzubinden um so das internationale Profil der Universitäten und Forschungseinrichtungen zukünftig weiter zu stärken. 

Pro Jahr werden Mittel in Höhe von max. 150.000 € zur Verfügung gestellt. Diese können von den Wissenschaftlern selbst flexibel für ihre Forschung eingesetzt werden.

Young Investigator Award │ Dr. med. Sarah Hoffmann (AG Meisel)

Im Mai 2011 wurde Dr. Sarah Hoffmann mit dem Young Investigator Award im Rahmen der European Stroke Conference ausgezeichnet.

Dieser Preis zeichnet herausragende Leistungen von Junior-Wissenschaftler/Innen in der Schlaganfallforschung aus und wird jährlich verliehen.

In ihrem Projekt beschäftigte sich Frau Dr. Hoffmann mit der Vorhersage der Entstehung von Lungenentzündungen, die mit einem Schlaganfall assoziiert sind.

Frau Dr. Sarah Hoffmann ist seit August 2009 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im NeuroCure Clinical Research Center (NCRC) in der Arbeitsgruppe von Professor Andreas Meisel tätig. Dort betreut sie u.a. im Rahmen der Schlaganfallforschung, klinische und epidemiologische Studien, wie beispielsweise die Predict-Studie, die Arimis-Studie oder die Neuköllner Schlaganfallstudie (NESS).

2010

ERC Starting Grant | Dr. James Poulet | Thema: Brain states, synapses and behaviour

Dr. James Poulet wurde 2010 mit dem "ERC Starting Investigators Grant" des European Research Council ausgezeichnet. Die Fördermaßnahme ist mit einem Volumen von 1,5 Millionen Euro ausgestattet und zählt zu den höchstdotierten Fördermaßnahmen in den Lebenswissenschaften.

Dr. Poulet untersucht unterschiedliche Gehirnzustände („brain states“), deren Bedeutung für die sensorische Wahrnehmung und ihre Auswirkungen auf das Verhalten. Als Gehirnzustand wird die Grundaktivität des Gehirns beschrieben, die je nach Wachsamkeit und Aufmerksamkeit unterschiedlich ausgeprägt ist. Dr. Poulet geht davon aus, dass die unterschiedlichen Gehirnzustände essentiell für die normale Signalverarbeitung im Gehirn sind. Von den Erkenntnissen der grundlagenorientierten Forschung sollen neue Perspektiven zur Behandlung neurologischer Erkrankungen wie Schlaganfall oder Epilepsie abgeleitet werden.

Award Zukunft Ernährung 2010 (Kategorie Wissenschaft ) | Prof. Dr. Agnes Floel

Die von der Orthomol pharmazeutischen Vertriebs-GmbH getragene Initiative „Zukunft Ernährung“ fördert den interdisziplinären Austausch über ernährungs- und gesundheitsrelevante Themen. Sie zeichnet in verschiedenen Bereichen besonderes Engagement auf den Gebieten gesundheitsförderlicher Ernährung, alltagstauglicher Ideen, Projekte und Produkte aus. Prof. Agnes Flöel erhielt 2010 den Award „Zukunft Ernährung 2010“ in der Kategorie Wissenschaft.

2009

ERC Advanced Investigators Grant | Prof. Dr. Christian Rosenmund | Thema: Vesicular glutamate transporters as molecular regulators of neural communication

Prof. Dr. Christian Rosenmund wurde 2009 mit dem "ERC Advanced Investigators Grant" des European Research Council ausgezeichnet. Mit einem Fördervolumen von 2,5 Millionen Euro ist das Advanced Investigator Grant eine der höchstdotierten Fördermaßnahmen in den Lebenswissenschaften. 

Prof. Rosenmund befasst sich mit der Signalübertragung zwischen Nervenzellen im Gehirn. Dabei untersucht er die Rolle des wichtigsten Botenstoffes, das Glutamat. Dieser wird von den meisten Gehirnzellen ausgeschüttet, um Signale von einer Nervenzelle zur anderen zu übertragen. Vor der Ausschüttung wird Glutamat in kleinen Bläschen, den so genannten Vesikeln, gespeichert. Diese besitzen spezielle Transporter, die das Glutamat aus dem Zellinneren in die Vesikel pumpen und die Ausschüttung von Glutamat in bisher unbekannter Weise steuern. Diese Steuermechanismen genau zu erforschen soll dabei helfen, das Gehirn besser zu verstehen und neue Ansatzpunkte für die Therapie neurologischer Erkrankungen zu entwickeln.

Auszeichnung 365 Orte im Land der Ideen

Im Rahmen der Initiative „365 Orte im Land der Ideen“ wurde das Exzellenzcluster NeuroCure 2009 ausgezeichnet. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird von der Bundesregierung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie führenden Unternehmen getragen. Prämiert werden besondere Leistungen und Konzepte aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Kultur. 

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2008

ERC Advanced Investigators Grant | Prof. Dr. Michael Brecht | Thema: From Neuron to Behavior

Prof. Dr. Michael Brecht vom Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience und der Humboldt-Universität zu Berlin wurde 2008 mit dem "ERC Advanced Investigators Grant" des European Research Council ausgezeichnet. Mit einem Fördervolumen von 2,5 Millionen Euro ist das Advanced Investigator Grant eine der höchstdotierten Fördermaßnahmen in den Lebenswissenschaften.

Prof. Brecht geht der Frage nach wie das Gehirn auf Sinnesreize mit höchster Präzision reagieren kann, obwohl neuronale Prozesse in unserem Gehirn auf allen Ebenen – Synapsen, Neuronen, lokale Netzwerke und sogar ganze neurale Systeme – sehr unterschiedlich auf denselben Stimulus reagieren

Mit hochentwickelten neuen Technologien will Michael Brecht diese grundlegenden Fragen der Hirnfunktion erforschen und dabei den Zusammenhang zwischen neuronaler Aktivität und Empfindung oder Bewegung - genauer aufschlüsseln.

Etwa zwei Millionen Neurone (Nervenzellen) enthält die somatosensorische Hirnrinde der Ratte - die Region des Gehirns, die taktile Wahrnehmungen verarbeitet. Wie bisherige Ergebnisse von Michael Brecht bereits zeigten, kann trotz dieser enormen Vielzahl die Aktivität eines einzigen Neurons eine Sinnesempfindung erzeugen oder die Bewegung der Tasthaare steuern. An diesem Beispiel lässt sich die Sprache der Neurone - der Zusammenhang zwischen neuronaler Aktivität und Empfindung oder Bewegung - genauer untersuchen.