Über uns
Das NeuroCure Clinical Research Center (NCRC) unterstützt Forscher bei der Durchführung klinischer Studien und ermöglicht somit Patienten den Zugang zu neuen Therapien. Es werden im NCRC sowohl eigene Forscher-initiierte Studien (sogenannte Investigator Initiated Trials IITs) als auch Studien in Kooperation mit der Industrie durchgeführt.
Dabei setzen wir unseren Fokus auf:
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Ihr Verlauf und Beschwerdebild kann von Patient zu Patient ganz unterschiedlich sein. Sie wird von den Ärzten oft Enzephalomyelitis disseminata genannt, das heißt übersetzt: eine im Gehirn und Rückenmark verstreut auftretende Entzündung. Das Gehirn stellt eine Art Schaltzentrale dar, in der Signale über das Rückenmark zum Körper gesendet oder von dort empfangen werden. Diese Signale werden von verschiedenen Nervenfasern geleitet, die ähnlich wie elektrische Kabel, von einer Schutzschicht umgeben sind. Entsteht ein Entzündungsherd im Bereich dieser Schutzschicht, können die Signale nicht mehr so wirkungsvoll übertragen werden. Da diese Entzündungsherde im gesamten Nervensystem auftreten können, kann die MS viele unterschiedliche neurologische Symptome verursachen. MS-Erkrankte können zum Beispiel Kribbelempfindungen oder Taubheitsgefühle verspüren, Lähmungen oder Gleichgewichtsstörungen bekommen, vermehrt stolpern oder Sehschwierigkeiten entwickeln. Die MS kann sehr unterschiedlich verlaufen. Meist bilden sich fast alle Krankheitszeichen vollständig oder weitgehend wieder zurück. Dennoch gibt es auch Verläufe, bei denen zunehmende und bleibende Beeinträchtigungen auftreten. Die MS ist bis heute nicht heilbar, der Verlauf und die Beschwerden können jedoch durch verschiedene Therapien und Maßnahmen günstig beeinflusst werden.
Der ischämische Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn. Die Nervenzellen im Gehirn erhalten zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe wodurch diese absterben. Die Ursachen dieser Durchblutungsstörungen können unterschiedlich sein (z.B. verengte Blutgefäße, Blutgerinnsel etc.). Typische Symptome sind plötzliches Auftreten von Sehstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen oder Schwindel. Mit bundesweit ca. 200.000 Neuerkrankungen im Jahr ist der Schlaganfall eine ernste Volkskrankheit, die häufig Behinderungen nach sich zieht. Das Schlaganfall-Risiko steigt mit dem Lebensalter deutlich an. Trotzdem ist jeder zweite Schlaganfallpatient noch im erwerbsfähigen Alter und auch jüngere Menschen können betroffen sein. Man schätzt, dass etwa 5% aller Schlaganfall-Patienten jünger als 40 Jahre sind. Um Patienten möglichst effektiv helfen zu können, sind Studien zur Akutbehandlung, Rehabilitation und Prävention notwendig.
Bei der Entwicklung des Gehirns sind zahlreiche Steuerungs-Gene beteiligt, die zum richtigen Zeitpunkt an- und abgeschaltet werden müssen, damit die Nervenzellen die richtigen Verbindungen (Synapsen) miteinander finden. Eine Fehlfunktion solcher Gene kann zu Epilepsien, Autismus oder geistiger Behinderung führen. Darüber hinaus sind andere Gene wichtig für die Reifung (Myelinisierung) der zentralen und peripheren Leitungsbahnen. Sollten Gene gestört sein, die dabei eine wichtige Rolle spielen, leiden die Patienten oft an Muskelschwäche, Muskelschwund oder Gang- und Gleichgewichtsstörungen (Ataxie). All diese oben genannten Krankheiten sind selten und treten in der Bevölkerung mit einer Häufigkeit von unter einem von zweitausend Menschen auf. Mit den neuen Techniken zur Ablesung von Geninformationen (Sequenzierung) gelingt es seit einigen Jahren aber immer besser, die genetischen Ursachen solcher Krankheiten aufzuspüren und die Mechanismen der Krankheitsentstehung zu verstehen. Dieses Verständnis bietet überhaupt erst die Voraussetzung zur Entwicklung ursachenbasierter Therapien. Darüber hinaus ermöglicht die Entdeckung eines Gendefekts, Familien mit betroffenen Kindern genetisch zu beraten und eine vorgeburtliche Testung bei weiterem Kinderwunsch anzubieten.
Das NCRC besteht aus drei Arbeitsgruppen und einer Geschäftstelle:
Die AG Entwicklungsstörungen des Nervensystems unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld befasst sich mit der Erforschung genetischer Ursachen angeborener Entwicklungsstörungen des Nervensystems. Hierzu zählen neben verschiedenen Formen der Epilepsie auch Erkrankungen der Mitochondrien (Kraftwerke der Zelle), der Nerven (Neuropathien) und der Muskeln (Myopathien). Unser Ziel ist es, neue Krankheitsmechanismen aufzudecken und mit dieser Kenntnis Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Wir setzen dabei auf die enge Verschränkung, Kooperation und kurze Wege zwischen Patientenversorgung, klinischer Forschung und Laborarbeit.
AG-Leitung: Prof. Dr. med. Markus Schülke-Gerstenfeld
Markus Schülke-Gerstenfeld ist
Professor für Experimentelle Neuropädiatrie an der Charité. Sein Medizinstudium
absolvierte er in Homburg (Saar), Berlin, Dublin und Hongkong. Nach klinischen Tätigkeiten an der Universitätskinderklinik Köln, in Allahabad (Indien) und einem Forschungsaufenthalt am Nijmegen Center for Mitochondrial Disorders (Niederlande) nahm Markus Schülke-Gerstenfeld 1995 seine Tätigkeit an der Charité auf. Seit 1999 ist er Facharzt für Kinderheilkunde (Zusatzbezeichnung "Neuropädiatrie" seit 2007) und als Oberarzt an der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neurologie am Charité Campus Virchow Klinikum tätig. Professor Schülke-Gerstenfeld verbindet in seiner Arbeit medizinische Expertise mit biochemischer und molekulargenetischer Forschung. Der Schwerpunkt des Interesses seiner Arbeitsgruppe liegt auf genetisch bedingten Erkrankungen des Kindesalters, insbesondere Entwicklungsstörungen des zentralen und peripheren Nervensystems und neuromuskulären Erkrankungen.
Kontakt
Telefon: +49 (0)30 450 566 468
Fax: +49 (0)30 450 539 935
E-Mail: markus.schuelke@charite.de
in Kooperation mit:
- Klinik für Pädiatrie m. S. Neurologie (Direktor Prof. Dr. C. Hübner)
- Sonderforschungsbereich 665 „Developmental Disturbance in the Nervous System“ der DFG
- Klinische Forschergruppe 192 „Muskelkrankheiten“ der DFG
- mitoNet, Netzwerk für seltene Erkrankungen des BMBF zur Erforschung mitochondrialer Krankheiten
- satNET, Netzwerk zur Erforschung des regenerativen Potentials von Muskelstammzellen
- MyoGrad, Französich-Deutsches Graduiertenkolleg für Myologie
Die AG Klinische Neuroimmunologie unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Friedemann Paul erforscht schwerpunktmäßig entzündliche und autoimmune Erkrankungen des Nervensystems, wie zum Beispiel die Multiple Sklerose (MS). Dabei führt sie zahlreiche Studien zur Verbesserung sowohl der Diagnostik als auch der Therapie der Multiplen Sklerose durch. Inhaltliche Schwerpunkte liegen dabei auf der Entwicklung sogenannter neuroprotektiver, also nervenzellschützender Therapieansätze und der Etablierung moderner Untersuchungsverfahren, wie MRT (Kernspintomographie), Duplexsonographie (Ultraschalluntersuchung) und OCT (optische Kohärenztomographie).
AG-Leitung: Prof. Dr. med. Friedemann Paul
Friedemann Paul ist seit 2008 Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Neuroimmunologie am NeuroCure Clinical Research Center an der Charité. Er studierte Medizin in Berlin und ist seit 2003 Facharzt für Neurologie. Friedemann Paul ist seit 2004 an der Charité als Oberarzt tätig. Seit 2010 leitet er die Hochschulambulanz für Neuroimmunologie am Standort Berlin Buch. Als Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Neuroimmunologie arbeitet er eng mit Grundlagenforschern, Neurologen und Neuro-Imaging-Forschern bei der Durchführung von klinischen Studien zusammen. Dabei geht es einerseits um die Verbesserung der Diagnose von neuroimmunologischen Krankheiten und andererseits um die Untersuchung von neuen therapeutischen Strategien für Krankheiten wie Multiple Sklerose und Alzheimer Demenz.
Kontakt
Telefon: +49 (0)30 450 539 705
Fax: +49 (0) 30 450 539 915
E-Mail: friedemann.paul@charite.de
in Kooperation mit:
Die AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Andreas Meisel hat ihren Fokus auf der Erforschung der Schlaganfall-induzierten Immundepression. Dabei geht es vor allem um die Untersuchung immunologischer Mechanismen, die zu Infektionen nach einem Schlaganfall führen und deren Bedeutung für das Nervensystem. Auf der Basis grundlagenwissenschaftlicher Projekte werden in klinischen Studien neue diagnostische und therapeutische Ansätze in der Schlaganfalltherapie entwickelt. Die Verbesserung der Versorgung von Schlaganfall-Patienten durch neue Versorgungsstrukturen und Versorgungsforschung ist das Hauptziel der Berliner Schlaganfall-Allianz, einem Netzwerk der Berliner Schlaganfallversorger.
AG-Leitung: Prof. Dr. med. Andreas Meisel
Andreas Meisel ist
Professor für Neurologie am NeuroCure Clinical Research Center (NCRC) und am
Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CBS) an der Charité. Er studierte
Medizin in Berlin und war EMBO Stipendiat am Biozentrum in Basel (Schweiz).
Andreas Meisel ist seit 1995 an der Charité tätig und seit 2003 Facharzt für
Neurologie. Er ist Oberarzt der Neurologischen Intensivstation mit Stroke Unit
der Klinik für Neurologie am Campus Mitte und Leiter der Myasthenie-Ambulanz.
Seine Forschungsschwerpunkte sind systemische Immunveränderungen nach
Schlaganfall und körpereigene (endogene) Schutzmechanismen des Nervensystems.
Seit 2008 leitet er im NeuroCure Clinical Research Center die Arbeitsgruppe Zerebrovaskuläre Erkrankungen. Andreas Meisel setzt seine grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnisse in klinische Studien zu Infektionen nach Schlaganfall, zur Immunmodulation und Neuroprotektion um.
Kontakt
Telefon: +49 (0)30 450 660 026
Fax: +49 (0)30 450 539 913
E-Mail: andreas.meisel@charite.de
in Kooperation mit:
- Klinik für Neurologie (Direktor Prof. Dr. M. Endres)
- Centrum für Schlaganfall-Forschung Berlin CSB
- Berliner Schlaganfall Allianz BSA
Die NCRC Geschäftsstelle ist für die zentrale Administration des Klinischen Forschungszentrums sowie für die Studienkoordination zuständig.
Kontakt
Dipl. Psych. Stephanie Ohlraun (Administrative Leitung)
Tel: + 49 (0)30 450 639 721
Fax: + 49 (0)30 450 539 921
E-Mail: stephanie.ohlraun@charite.de
Dr. Claudia Blum (Qualitätsmanagement | stellv.admin.Leitung)
Tel: + 49 (0)30 450 639 728
Fax: + 49 (0)30 450 539 921
E-Mail: claudia.blum@charite.de
Heidi Schimke (Assistenz Qualitätsmanagement)
Tel: + 49 (0)30 450 539 728
Fax: + 49 (0)30 450 539 921
E-Mail: heidi.schimke@charite.de
Marret Heinold (Office Manager)
Tel: + 49 (0)30 450 539 720
Fax: + 49 (0)30 450 539 921
E-Mail: marret.heinold@charite.de
Allgemeine Anfragen zu Studien
Tel: + 49 (0)30 450 639 057
E-Mail: ncrc@charite.de
