Aktuelle Studien

Derzeit werden ca. 50 klinische Studien am NCRC (NeuroCure Clinical Research Center) zu neurologischen und (neuro-)psychiatrischen Erkrankungen durchgeführt. 

 

Die hier dargestellten Studien stellen nur eine Auswahl aus vielen am NCRC angebotenen Diagnostik- und Therapiestudien dar. Zusätzlich zu unseren eigenen Studien nehmen wir auch an Studien teil, die von Pharmaunternehmen durchgeführt werden (z.B. Studien mit Fingolimod (Novartis), Laquinimod (TEVA Pharma), Masitinib (AB Science), IgPro20 (CSL Behring GmbH), Registerstudien (Biomarin) oder CFZ533 CD40-Antikörper (Novartis)).

Studien zur Multiplen Sklerose (Auswahl):  

DENIM-Studie: Depression bei Multipler Sklerose

Depressionen treten oft in Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen auf. Insbesondere Krankheiten wie die Multiple Sklerose, die durch eine Aktivierung des Immunsystems gekennzeichnet sind, gehen oft mit Depressionen einher. Dies spricht für eine zumindest zum Teil biologisch vermittelte Ursache dieser Symptome. Welche biologischen Mechanismen hierbei eine Rolle spielen könnten ist allerdings weitgehend unbekannt.

In der aktuellen Studie wollen wir die Zusammenhänge zwischen Veränderungen im Immunsystem und dem Auftreten von Depressionen bei Patient/innen mit MS besser verstehen.

Dafür benötigen wir die Teilnahme von Patient/innen mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose mit und ohne Depressionen, sowie gesunden Vergleichspersonen.

Die Studie besteht aus einer einmaligen Blutentnahme, einer neurologischen Untersuchung sowie eines Interviews, in dem das psychische Wohlbefinden erfragt wird. Es werden keinerlei Medikamente verabreicht. Die Studienuntersuchungen dauern etwa 3,5 Stunden (vormittags). Für Ihre Teilnahme erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung.

Kontakt: Aline Tänzer aline.taenzer@charite.de

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC) und Prof. Dr. Stefan Gold (Klinik für Psychiatrie, CBF)

MS Emotion-Studie: Emotionale Prozesse bei Patienten mit Multipler Sklerose / Klinisch Isoliertem Syndrom

Die Multiple Sklerose (MS) kann sich auch in Form unterschiedlicher neuropsychologischer und psychiatrischer Symptome manifestieren. Vorläufige Studienergebnisse deuten darauf in, dass die Fähigkeit zur Verarbeitung emotionaler Informationen (engl.: emotional processing) bei Patienten mit MS eingeschränkt sein könnte. Die angemessene Verarbeitung emotionaler Information ist essentiell für verbale und non-verbale Interaktionen und stellt möglicherweise eine wesentliche Determinante des Wohlbefindens und der Lebenszufriedenheit dar.

Diese prospektive Im Gegensatz zu retrospektiv, eine Datenerhebung und Analyse, die sich auf die Zukunft bezieht, d.h. die Hypothese besteht bereits vor der Untersuchung fest.  , cross-sektionale, nicht-interventionelle Studie mit neuropsychologischen Tests und Untersuchungen mittels funktioneller  Magnetresonanztomographie (fMRT) verfolgt das Ziel, emotionale Prozesse bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) bzw. Klinisch Isoliertem Syndrom (CIS), die bereits an der CIS-Studie teilnehmen im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden mit Blick auf die Lebensqualität - und zufriedenheit zu untersuchen. Die Studie umfasst für jede/n Teilnehmer/in eine Studienvisite von ca. zwei Stunden Dauer, für die eine Aufwandsentschädigung gewährt wird.

In unterschiedlichen Experimenten wird die Modulation kognitiver und motorischer Reaktionen durch visuelle emotionale Information sowie die Diskriminationsfähigkeit für visuelle emotionale Stimuli untersucht. Begleitend werden funktionale Konnektivität und mittels fMRT Aktivierungen emotionsverarbeitender Hirnareale (medialer and ventro-lateraler präfrontaler Kortex und Amygdala) gemessen. 

Ein besseres Verständnis affektiv-emotionaler Fähigkeiten von MS-Patienten könnte nicht nur zu einer Verbesserung der klinischen Versorgung und Behandlung führen, sondern möglicherweise auch zur Identifikation von Zielkriterien bei der Testung klinischer und sub-klinischer Effekte symptomatischer und krankheitsmodifizierender MS-Therapien. 

Kontakt: Dr. Hagen Kunte  hagen.kunte@charite.de

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC) und PD Dr. Thomas Hälbig (Gastwissenschaftler,  AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC)

CIS-Studie: Klinisch isoliertes Syndrom und neu diagnostizierte Multiple Sklerose: Diagnostische, prognostische und Therapie-Response Marker

Diese Verlaufsuntersuchung richtet sich an Patienten, die erst seit kurzer Zeit an einer Multiplen Sklerose leiden oder bei denen ein sog. „Klinisch Isoliertes Syndrom“ (CIS) diagnostiziert wurde. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die helfen soll, die Erkrankung in ihren frühen Phasen besser zu verstehen und Marker für den Verlauf und die Prognose zu entwickeln. In regelmäßigen Abständen erhalten die Studienteilnehmer u.a. eine neurologische Untersuchung, eine MRT-Untersuchung und eine optische Kohärenztomographie. 

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC, ECRC)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

EVIDIMS-Studie: Vitamin D bei Multipler Sklerose

In dieser Studie untersuchen wir, ob die regelmäßige hochdosierte Einnahme von Vitamin D den klinischen Verlauf sowie verschiedene MRT-Parameter bei Patienten mit schubförmig-remittierender MS oder sogenannte klinisch isoliertem Syndrom positiv beeinflusst. Eine Vielzahl von Untersuchungen deutet darauf hin, dass der Blutspiegel von Vitamin D sowohl das Erkrankungsrisiko als auch den Verlauf einer Multiplen Sklerose (MS) beeinflussen kann. Es ist jedoch noch unklar, ob dies auch für die Einnahme von Vitamin D zutrifft. Eine Besonderheit dieser Studie ist, dass, im Gegensatz zu den häufigeren placebokontrollierte In einem Studienarm erhalten die Patienten ein sogenanntes Placebo. Das ist ein Scheinmedikament, welches wie die Studienmedikation aussieht, aber keinen Wirkstoff enthält. Studien, hier zwei verschiedenen Dosierungen von Vitamin D verglichen werden. Das bedeutet, dass alle Studienteilnehmer Vitamin D erhalten. Teilnehmen können männliche und weibliche Patienten die seit mindestens drei Monaten eine MS-Behandlung mit Interferon-β1b bekommen. Das Studienmedikament wird alle zwei Tage über 1,5 Jahre oral eingenommen und ist sehr gut verträglich .  Die Behandlung mit Interferon-β wird während der Studie fortgeführt. Auch bei dieser Studie werden die Patienten regelmäßig in der Studienambulanz gesehen und untersucht.

Studienleitung: Dr. Jan Dörr (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC)

Stand: Rekrutierung beendet

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

VIMS- Studie: Verlaufsuntersuchung visueller Parameter bei Patienten mit Multipler Sklerose versus gesunden Probanden zur Erstellung einer Datenbank (neuroophthalmologisches Register)

Bei der Multiplen Sklerose kann es zu charakteristischen Veränderungen an der Netzhaut des Auges kommen. Mit der sogenannten optischen Kohärenztomographie (OCT) - einer schon seit mehreren Jahren etablierten Untersuchungstechnik zur Diagnostik von Augenerkrankungen -  lässt sich der Aufbau der Netzhaut sehr einfach vermessen. Vor diesem Hintergrund möchten wir im Rahmen dieser Beobachtungsstudie prüfen, ob mittels OCT ein Untergang von Nervenzellen und –fasern nachgewiesen werden kann und ob sich über den Verlauf mehrerer Jahre messbare Veränderungen beobachten lassen, welche die Krankheitsaktivität, Krankheitsverlauf und die Erkrankungsschwere bei Patienten mit MS widerspiegeln. Zur Beantwortung dieser Fragen werden die messbaren Veränderungen der Netzhaut erfasst und mit dem Ausmaß körperlicher Behinderungen, kognitiver Einschränkungen, Veränderungen im MRT, der Lebensqualität und der Konzentration bestimmter Stoffe im Blut verglichen. Für den Studienteilnehmer ergibt sich daraus der Vorteil einer regelmäßigen klinischen Untersuchungen und die Möglichkeit der Verlaufskontrolle. Teilnehmen können an Multipler Sklerose erkrankte männliche und weibliche Patienten (CIS, RRMS, PPMS, SPMS), und gesunde Probanden zwischen 20 und 69 Jahren. Die Studienvisiten finden jährlich in maximal zehn aufeinanderfolgenden Jahren statt.

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul  (AG Neuroimmunologie, NCRC)

NK-Zellen-Studie: Untersuchung der Natürlichen Killer (NK-) Zellen unter Fingolimod-Behandlung

Ziel dieser Studie ist es, die Effekte auf bestimmte Blutzellen, wie die so genannten natürlichen Killer (NK)-Zellen im Verlauf einer Therapie mit Fingolimod (Handelsname: Gilenya®) bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS), zu untersuchen.

Die Wirksamkeit dieses Medikaments wurde in der Behandlung der MS in mehreren Studien gut belegt. Trotzdem ist im Detail noch unklar, wie genau das Medikament das Immunsystem von MS-Patienten beeinflusst. NK-Zellen sind unerlässlich bei der Bekämpfung von Infektionen. Darüber hinaus hat sich in den letzten Jahren herausgestellt, dass NK-Zellen auch eine wichtige Rolle bei der Regulation des Immunsystems im Allgemeinen und insbesondere auch bei Autoimmunerkrankungen wie der MS spielen. Daher ist es sehr wichtig zu verstehen, wie Fingolimod/Gilenya® auf die NK-Zellen wirkt.

An der Studie können sowohl männliche als auch weibliche Patienten mit schubförmiger MS im Alter von 18 bis 65 Jahren teilnehmen, bei denen eine medizinische Notwendigkeit für eine Behandlung mit Fingolimod/Gilenya® besteht.

Die Studiendauer beträgt 12 Monate, in denen 6 Visiten stattfinden. Die Therapie mit Fingolimod/Gilenya® wird im Anschluss an die Studie fortgesetzt.

Studienleitung: Dr. Jan Dörr (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Datenbank zu Familienplanung und Schwangerschaft bei Multipler Sklerose

Da die Multiple Sklerose v.a. Frauen betrifft und in der Regel erstmals zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auftritt, fällt der Beginn der Erkrankung damit bei vielen Patientinnen in eine Lebensphase, die mit Familienplanung und Kinderwunsch einhergeht.

Bislang gibt es nur unzureichende Daten zum Einfluss einer Schwangerschaft auf die Multiple Sklerose. Dies trifft sowohl auf die Häufigkeit und Schwere von Schüben und deren mögliche Behandlung während und nach der Schwangerschaft, als auch auf den Langzeitverlauf der Erkrankung zu.

Bis heute führt dieser Mangel an Informationen zu einer starken Verunsicherung der MS-Patientinnen und deren Behandler, da bislang Schwangerschaften bei MS-Patientinnen als Risiko betrachtet wurden. Daher möchten wir im Rahmen dieser Studie Patientinnen in der Zeit des Kinderwunschs sowie während und nach einer Schwangerschaft begleiten, um sie individuell beraten und die Einflüsse von Schwangerschaften auf die MS-Erkrankung untersuchen zu können.

Die Studiendauer beträgt 36 Monate, in denen 12 Visiten stattfinden

Studienleitung: Dr. Nadja Borisow (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC)

Studien zur Neuromyelitis optica (NMO):

NEMOS Studie

Die NMO (auch Devic-Syndrom genannt) ist eine seltene entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, welche fast ausschließlich die Sehnerven und das Rückenmark betrifft. Die Neuromyelitis optica Studiengruppe (nachfolgend NEMOS abgekürzt) ist eine Initiative von Ärzten aus etwa 25 Kliniken in ganz Deutschland, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Kenntnisse über die NMO zu erweitern und damit die Diagnostik und Therapie der von dieser Erkrankung betroffenen Patienten zu verbessern. In diesem Projekt sollen einerseits von NMO-Patienten, die in eine Teilnahme an diesem Vorhaben eingewilligt haben, wichtige Informationen zur Diagnose, zum Verlauf und zur Therapie in pseudonymisierter Form in einer Datenbank zusammengefasst werden. Andererseits möchten wir zum besseren Verständnis der Krankheitsprozesse bei NMO-Patienten gezielt MRT-Untersuchungen, Tests zur kognitiven Leistungsfähigkeit und eine optische Kohärenztomographie durchführen. Teilnehmen können alle Patienten, bei denen die Diagnose einer Neuromyelitis optica bzw. eines Devic-Syndroms gestellt wurde. 

Weitere Informationen zur NEMOS-Studiengruppe sowie zur Neuromyelitis optica finden Sie hier: http://www.nemos-net.de/

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC, ECRC)

Studien zum Susac-Syndrom:

SUSAC-Studie: Untersuchung von geeigneten Biomarkern bei Patienten mit Susac-Syndrom und passenden Kontrollindividuen

Das Susac-Syndrom ist eine seltene Erkrankung, die das Gehirn, die Netzhaut des Auges und das Innenohr betrifft. Es kommt dabei u.a. zu kognitiven Störungen, Persönlichkeitsveränderungen, Lähmungserscheinungen, Sehstörungen und Hörminderung. Die Ursache des Susac-Syndroms ist nicht genau bekannt. In diesem Forschungsvorhaben sollen zum einen Biomarker identifiziert werden, die eine zuverlässige Diagnose des Susac-Syndroms und eine Abgrenzung gegenüber anderen, zumeist weitaus häufigeren Erkrankungen ermöglichen. Zum anderen sollen die Kenntnisse und das Verständnis des zugrundeliegenden schädigenden Prozesses verbessert werden. Eine sichere Diagnosestellung und ein besseres Verständnis der schädigenden Mechanismen sind letztlich auch der Schlüssel zu einer wirksamen Therapie. Teilnehmen können alle Patienten, bei denen ein Susac-Syndrom festgestellt wurde oder vermutet wird.

Studienleitung: Dr. Jan Dörr (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Studien zum Schlaganfall (Auswahl):

ITS-Kohorte: Prognostische Marker bei Patienten auf der neurologischen Intensivstation

Die individuelle Prognose von Patienten mit neurologischen Grunderkrankungen spielt schon während der der Akut-Therapie auf der Intensivstation eine wichtige Rolle. Sie ist zudem für die Weiterbehandlung von wichtiger Bedeutung, insbesondere auch für die Planung von Rehabilitationsmaßnahmen. Bei vielen Patienten kommt es während der intensivmedizinischen Versorgung zudem zu einer Reihe typischer Komplikationen, wie schweren Infektionen oder Lungenembolien, die eine Verschlechterung der Prognose nach sich ziehen können. Viele Patienten mit neurologischen Grunderkrankungen haben lange, häufig Monate andauernde Krankheitsverläufe auf der Intensivstation, während derer sich ihr Gesundheitszustand nur wenig verändert. Gerade bei diesen Patienten ist die Prognose häufig unklar. In diesem Patientenkollektiv stellt sich die Frage nach der Angemessenheit/ dem Ziel einer intensivmedizinischen Therapie. Eine frühe und verlässliche Vorhersage über den zu erwartenden Krankheitsverlauf, insbesondere zur Langzeitprognose würde vor dem Hintergrund individueller Lebensvorstellungen, d.h. des (mutmaßlichen) Willens des Patienten, die Therapieentscheidungen auf der neurologischen Intensivstation erheblich erleichtern. Ziel der „ITS-Kohorte“ ist daher die Evaluation von der prädiktiven Eigenschaften von klinischen, immunologischen, bildgebenden und weiteren anderen Parametern zur Vorhersage des Langzeit-Outcomes von Patienten mit unterschiedlichen neurologischen Krankheitsbildern, die auf der neurologischen Intensivstation behandelt werden müssen.

Studienleitung: Prof. Dr. Andreas Meisel (AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen, NCRC, CSB, Neurologie CCM)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Pilotstudie zur Optischen Kohärenztomographie (OCT) bei Patienten mit ischämischen Infarkten im Stromgebiet der A. cerebri posterior

Tritt in einer bestimmten Region des Gehirns eine Schädigungen auf, können mitunter damit zusammenhängende Veränderungen von Nervenzellstrukturen auch an weiter entfernten anderen Gehirnregionen festgestellt werden. Gegenstand dieser Studie ist die Darstellung einer möglichen Beteiligung der vorderen Abschnitte des Sehsystems (Netzhaut) bei Patienten, die einen Schlaganfall mit Beteiligung der hinteren Abschnitte des Sehsystems erlitten haben. Die hier durchgeführten Untersuchungen mit der optischen Kohärenztomographie bei Patienten könnten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Funktionsweise des Sehsystems liefern.

Diese Studie richtet sich primär an Patienten mit neu aufgetretenen Schlaganfällen im Stromgebiet der Arteria cerebri posterior. Teilnehmen können auch Patienten mit umschriebenen kleinen „lakunären“ Infarkten in anderen Gehirnarealen.

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC, ECRC)

GUTSTROKE - Einfluss des Schlaganfalls auf die Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota

Die mikrobielle Kolonisation des Darms (Darmmikrobiota) besteht aus 1013-1014 Mikroorganismen, mit einem Metagenom (Mikrobiom) 100-mal größer als das menschliche. Die metabolischen Kapazitäten der Mikrobiota wurden mit denen der menschlichen Leber verglichen. Vor kurzem wurde eine bidirektionale Kommunikation zwischen dem Nervensystem und der Darmflora beschrieben. Die Darmflora soll eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und im Verlauf verschiedener Krankheiten des Nervensystems spielen. Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmflora wurden u.a. bei Autismus, Depressionen, Guillain-Barré Syndrom und Multipler Sklerose nachgewiesen. In der letzten Zeit wurde auch ein Zusammenhang zwischen Störungen der Mikrobiota-Zusammensetzung, Arteriosklerose und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse festgestellt.

In dieser Studie möchten wir untersuchen, ob es nach einem Schlaganfall zu Veränderungen der Darm-Mikrobiota kommt und ob sich die Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota von schwer betroffenen Schlaganfallpatienten und von Patienten mit nur kurzzeitigen Durchblutungsstörungen im Gehirn (Transitorische Ischämische Attacke, TIA) unterscheidet. Zusätzlich sollen immunologische Parameter der Patienten analysiert sowie ein möglicher Zusammenhang zwischen eventuellen Schlaganfall-assoziierten Veränderungen der Mikrobiota und Veränderungen in der Immunantwort untersucht werden.

Es handelt sich um eine prospektive Im Gegensatz zu retrospektiv, eine Datenerhebung und Analyse, die sich auf die Zukunft bezieht, d.h. die Hypothese besteht bereits vor der Untersuchung fest.   Proof-of-concept- und Beobachtungs-Studie.

Studienleitung: Prof. Dr. Andreas Meisel (AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen, NCRC, CSB, Neurologie CCM)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Management der Schlaganfall-Nachsorge: eine Querschnittstudie zu post-rehabilitativer Behinderung durch Schlaganfall und Patientenbedürfnissen („MAS I“)

Ein Schlaganfall ist nicht nur eine plötzliche lebensbedrohliche Erkrankung, sondern für sehr viele Patienten auch mit dauerhaften Einschränkungen und verschiedenen Komplikationen verbunden. Obwohl es sich beim Schlaganfall um eine sehr häufige Erkrankung handelt, gibt es zum Langzeitverlauf der Erkrankung bislang nur sehr wenige wissenschaftliche Erkenntnisse und Behandlungskonzepte. Wir untersuchen in dieser Beobachtungsstudie unter welchen Einschränkungen die Patienten Monate und Jahre nach einem Schlaganfall leiden, und wie stark diese ausgeprägt sind. Die Studie ist Teil eines mehrstufigen Projektes zur Entwicklung eines integrierten Nachsorge-Modells für Schlaganfall-Patienten über die Phase der Rehabilitation hinaus.

Hauptverantwortlicher Studienleiter: Prof. Dr. Andreas Meisel (AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen, NCRC, CSB, Neurologie CCM)

Weitere Studienleiter: Ian Wellwood, Ph.D (AG CEHRiS, CSB), Prof. Dr. Jörg Wissel (Mitglied der BSA) 

Ansprechpartner: Dr. Benjamin Hotter – benjamin.hotter@charite.de

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Studien zur Myasthenia gravis (Auswahl):

MYASTHENIE-Kohorte: Myasthenia gravis: Diagnostische, prognostische und Therapie-Response Marker

Der Verlauf und der Schweregrad der Myasthenia gravis (MG) sind individuell sehr unterschiedlich. Bislang gibt es keine klinischen, genetischen oder immunologischen Marker, die eine Vorhersage der Verlaufsform und damit der Prognose der Myasthenie erlauben. Mit Hilfe der Myasthenie-Kohorte sollen prognostische Parameter identifiziert werden, die den Verlauf (okulär, generalisiert, myasthene Krise), das Ansprechen auf die Therapie (Pyridostigmin, Steroide, Immunsuppressiva, Thymektomie) und den Langzeit-Verlauf frühzeitig vorhersagen können. Zudem sollen Biomarker identifiziert werden, die die Krankheitsaktivität (Krankheitsremissionen bzw. Exazerbation) vorhersagen. Ferner sollen anhand der über einen Zeitraum von zehn Jahren systematisch untersuchten und klinisch sowie paraklinisch prospektiv Im Gegensatz zu retrospektiv, eine Datenerhebung und Analyse, die sich auf die Zukunft bezieht, d.h. die Hypothese besteht bereits vor der Untersuchung fest. sehr gut definierten Studienpopulation neue wissenschaftliche Hypothesen und Erkenntnisse überprüft werden.

Studienleitung: Prof. Dr. Andreas Meisel (AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen, NCRC, CSB, Neurologie CCM)

Stand: Rekrutierung beendet

TAVAB: Therapie autoantikörper-vermittelter Erkrankungen mit Bortezomib

Trotz der vielgestaltigen Manifestationsformen ähneln sich eine Reihe von Autoimmunerkrankungen darin, dass sie einerseits durch eine Produktion von pathogenetischen Autoantikörpern und zum anderen durch eine (Langzeit-)Therapie bestehend aus Kortikosteroiden und zusätzlichen Immunsuppressiva gekennzeichnet sind. Vor allem die sogenannten langlebigen Plasmazellen, die Autoantikörper produzieren, die die Chronizität der Erkrankungen ausmachen und über Jahre, Jahrzehnte oder auch lebenslang persistieren können, sind jedoch gegenüber den derzeitigen Therapien resistent.

Dies führt dazu, dass eine Heilung dieser Erkrankungen faktisch nicht möglich ist, aus der zur Stabilisierung der Erkrankung notwendigen Langezeitimmunsuppression oft eine Vielzahl gravierender Nebenwirkungen resultiert und ein signifikanter Teil der Patienten auf die verfügbaren Therapien nicht ausreichend anspricht.

Daher sind neue therapeutische Ansätze für diese Erkrankungen von höchster medizinischer Notwendigkeit.

Seit einigen Jahren ist der Proteasomeninhibitor Bortezomib mit einem relativ Plasmazellspezifischen Wirkmechanismus zur Therapie des Multiplen Myeloms (Plasmozytoms) zugelassen. Der Wirkmechanismus beruht dabei auf einer Hemmung des Proteasoms. Dies führt speziell in Zellen, die einen hohen Proteinumsatz haben, wie aufgrund ihrer Antikörperproduktion z.B. Myelomzellen oder eben auch die oben genannten Plasmazellen, zum Zelltod. Erste tierexperimentelle Daten zeigen auch bei autoantikörpervermittelten Erkrankungen einen signifikanten therapeutischen Effekt von Bortezomib. Eine systematische Untersuchung im Rahmen einer Studie beim Menschen wurde bisher jedoch noch nicht durchgeführt.

Daher sollen im Rahmen dieser Studie jeweils eine geringe Zahl therapierefraktärer Patienten mit Myasthenia Gravis (MG), Systemischem Lupus Erythematosus (SLE) und Rheumatoider Arthritis (RA) mit Bortezomib (Velcade®) zusätzlich zur bestehenden Medikation therapiert werden. Im Verlauf werden dann die Entwicklung des krankheitsspezifischen Antikörper-Titers, die klinische Aktivität, Auswirkungen auf die Lebensqualität und weitere Parameter analysiert.

Die Studie wird unter gemeinschaftlicher Leitung von Prof. Falk Hiepe (Rheumatologie, Charité) und Prof. Andreas Meisel (Neurologie, Charité) durchgeführt.

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Studien zur chronisch-inflammatorisch demyelinisierenden Polyneuropathie CIPD (Auswahl):

CIDP-Kohorte: Chronisch-inflammatorisch demyelinisierende Polyneuropathie: Diagnostische, prognostische und Therapie-Response Marker

Der Verlauf und der Schweregrad der chronisch-inflammatorisch demyelinisierenden Polyneuropathie (CIDP) sind individuell sehr unterschiedlich. Besonders bei jüngeren Patienten (ca. 30% der Fälle) beobachtet man schubförmige Verläufe. Bislang gibt es keine klinischen, genetischen oder immunologischen Marker, die eine Vorhersage der Verlaufsform und damit der Prognose der CIDP erlauben. Mit Hilfe der „CIDP-Kohorte“ sollen Prognoseparameter identifiziert werden, die den Verlauf, aber auch das therapeutische Ansprechen und das Langzeit-Outcome frühzeitig vorhersagen können. Zudem sollen Biomarker identifiziert werden, die die Krankheitsaktivität (Krankheitsremission bzw. Exazerbation) vorhersagen. Anhand der über einen Zeitraum von 10 Jahren systematisch untersuchten prospektiv Im Gegensatz zu retrospektiv, eine Datenerhebung und Analyse, die sich auf die Zukunft bezieht, d.h. die Hypothese besteht bereits vor der Untersuchung fest. sehr gut charakterisierten Studienpopulation sollen ferner neue wissenschaftliche Hypothesen und Erkenntnisse überprüft werden.

Studienleitung: Dr. Juliane Klehmet (AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen, NCRC, Neurologie CCM)

Studien zu Entwicklungsstörungen des Nervensystems (z.B. Epilepsie) (Auswahl):

Die Ursachen von Fieberkrämpfen

Drei bis fünf Prozent aller Menschen hatten mindestens einmal in ihrem Leben einen Fieberkrampf. Trotz der Häufigkeit dieser Krankheit sind die pathophysiologischen Die pathophysiologische Forschung beschäftigt sich damit, welche Mechanismen zu einer Erkrankung führen und wie ein erkrankter Körper  funktioniert. und genetischen Ursachen ungeklärt. Basierend auf Untersuchungen an einem Tiermodell, welches eine gestörte Atemregulation bei Fieber als mögliche Ursache nahelegt, führen wir eine klinische Studie durch, bei der wir diese Hypothese am Menschen überprüfen. In der Studie werden Kinder in der Nacht nach einem Fieberkrampf kontinuierlich hinsichtlich ihrer Atemfrequenz, Körpertemperatur, der Sauerstoffsättigung und des Kohlendioxid Partialdrucks überwacht. Als Kontrollgruppe dienen Kinder, die zwar Fieber haben, aber keinen Krampfanfall erlitten haben.

Studienleitung: Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld (AG Entwicklungsstörungen des Nervensystems, NCRC, Pädiatrie CVK)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Entwicklung von Software zur Beurteilung von Genvarianten und krankmachenden Mutationen beim Menschen

Die neuen Sequenzierungstechniken werden es erlauben, in wenigen Jahren das Genom eines jeden Menschen für 1.000 US-Dollar zu sequenzieren (d.h. die Abfolge von 3 Milliarden Basenpaaren zu lesen). Dabei wird man zwangsläufig auf zahlreiche Varianten stoßen, von denen die überwiegende Mehrzahl gutartig ist und nur die Unterschiede zwischen den Menschen widerspiegeln. Wir entwickeln und verbessern kontinuierlich Software, welche wir frei über das Internet zur Verfügung stellen und die es Ärzten und Forschern ermöglicht, diese Genvarianten automatisch zu bewerten und gutartige von krankmachenden Veränderungen zu unterscheiden. Dies vereinfacht die Suche der „Stecknadel im Heuhaufen“. Nähere Informationen finden Sie hier. Die Software ist verfügbar über http://www.genedistiller.org und http://www.mutationtaster.org

Studienleitung: Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld (AG Entwicklungsstörungen des Nervensystems, NCRC, Pädiatrie CVK)

Genetische Ursachen schwerer Epilepsien des Kleinkindalters

Diese Studie widmet sich der Aufklärung genetischer Ursachen des West Syndroms, einer im Säuglings- oder Kleinkindalter auftretenden schweren Form der Epilepsie. Die Untersuchung besteht in der Genkartierung und Gensequenzierung bei betroffenen Patienten und ihren Familien. Wir hoffen, durch diese Untersuchungen die Ursachen aufzudecken, die in Zukunft eine ursächliche Therapie ermöglichen werden.

Studienleitung: Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld (AG Entwicklungsstörungen des Nervensystems, NCRC, Pädiatrie CVK)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Genetische Ursachen der Arthrogryposis multiplex congenita

Mit dieser Studie möchten wir Gene identifizieren, deren Mutationen zu einem Krankheitsbild führen, bei dem die Kinder schon im Mutterleib bewegungsarm sind und deshalb mit versteiften Gelenken geboren werden. Wir bestimmen dafür die Basensequenz von Genen, die in der Entwicklung des Muskel- und Nervensystems eine Rolle spielen.

Studienleitung: Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld (AG Entwicklungsstörungen des Nervensystems, NCRC, Pädiatrie CVK)

Studien zur Muskeldystrophie Duchenne:

SUNIMUD-Studie: Sunphenon EGCg (Epigallocatechin-Gallat) in der Muskeldystrophie vom Typ Duchenne

In dieser Studie, die in enger Zusammenarbeit mit dem SPZ Neuropädiatrie am Charité-Campus Virchow Klinikum und der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der DRK Kliniken Berlin Westend durchgeführt wird, untersuchen wir, ob die regelmäßige Einnahme des Extraktes aus dem Grünen Tee (Epigallocatechin-Gallat, EGCG) das Voranschreiten der Behinderung bei Patienten mit der Muskeldystrophie Duchenne positiv beeinflusst. Es handelt sich um eine multizentrische Eine Studie, die an mehreren Zentren durchgeführt wird. randomisierte Die Zuteilung in die Behandlungsarme erfolgt rein zufällig., placebokontrollierte In einem Studienarm erhalten die Patienten ein sogenanntes Placebo. Das ist ein Scheinmedikament, welches wie die Studienmedikation aussieht, aber keinen Wirkstoff enthält., doppelblinde Doppelblind bedeutet, dass weder der Patienten noch der Arzt wissen, ob der Patient die Studienmedikation oder das Placebo erhält (bzw. bei Studien ohne Medikation: in welchem Studeinarm der Patient sich befindet). Studie. Teilnehmen können männliche Patienten mit der Diagnose einer Muskeldystrophie Duchenne ab einem Alter von fünf Jahren. Das Studienmedikament wird als Kapsel zweimal täglich eingenommen.

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC, ECRC), Dr. Ulrike Grieben (SPZ, Pädiatrie)

Stand: Rekrutierung beendet

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Studien zu leichten Gedächtniseinschränkungen und zur Alzheimer Demenz (Auswahl):

Einfluss von nicht-invasiver Hirnstimulation im Schlaf auf die Gedächtniskonsolidierung

Die förderliche Wirkung von Schlaf auf die Gedächtniskonsolidierung ist bei jungen gesunden Menschen gut untersucht. Erste Ergebnisse zeigen, dass hier die Effekte durch Hirnstimulation verstärkt werden können. Mit zunehmendem Alter verändert sich jedoch der Schlaf-Wach-Rhythmus. Die altersbedingten Schlafveränderungen können sich qualitativ und quantitativ von denen bei Personen mit neurodegenerativen Erkrankungen (z.B. Alzheimer-Demenz, Patienten mit leichten kognitiven Störungen (MCI)) unterscheiden. Dabei ist weitestgehend unklar, wie Schlafstörungen die kognitiven Veränderungen (z. B. auf das Gedächtnis) modulieren. In diesem Projekt wird untersucht, ob sich auch bei Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen ein förderlicher Effekt auf die Gedächtniskonsolidierung durch Hirnstimulation im Schlaf (sowohl Nacht- als auch Nachtmittagschlaf) nachweisen lässt.

Kooperationen bestehen unter anderem mit dem Arbeitsbereich Allgemeine und Neurokognitive Psychologie der Freien Universität Berlin (Dr. Sascha Tamm)

Studienleitung: Prof. Dr. med. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, Neurologie CCM)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Transkranielle Gleichstromstimulation und intensives kognitives Training bei Patienten mit leichten kognitiven Störungen

In diesem Projekt werden die Wirksamkeit und potentielle Wirkmechanismen eines neuen Behandlungsansatzes bei Patienten mit leichten Beeinträchtigungen in der Gedächtnisleistung untersucht. Der Behandlungsansatz umfasst ein intensives mehrtägiges Training einer visuell-räumlichen Aufgabe und begleitende Hirnstimulation. Strukturelle und funktionelle zerebrale Korrelate der Verhaltensänderungen werden u.a. mittels Magnetresonanztomographie (MRT) erfasst.

Studienleitung: Prof. Dr. med. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, Neurologie CCM)

Flyer LOCATO

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Kognitive Störungen nach wiederholten Schädelhirntraumata

Schädelhirntraumata sind häufig, insbesondere bei Risikosportarten wie Fußball oder Eishockey. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass auch leichte Schädelhirntraumata (Schädelhirntrauma 1. Grades, SHT 1. Grades, Gehirnerschütterung) zu bleibenden kognitiven Defiziten führen können. Darüber hinaus haben Patienten nach SHT 1. Grades ein höheres Risiko an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken. Die genauen Mechanismen sind hier noch unklar. Es werden aber Veränderungen der Aktivität von verschiedenen Botenstoffen im Gehirn angenommen.

PROJEKT 1 untersucht den Einfluss von transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) auf die Aktivität bestimmter Botenstoffe bei jungen Patienten (< 40 Jahre) nach wiederholten SHT 1. Grades. Verschiedene Botenstoffaktivitäten werden vorab mittels nichtinvasiver Methoden (sogenannter transkranieller Magnetstimulation, TMS) bestimmt. Patienten erhalten zudem ausführliche neuropsychologische Testungen und ein MRT des Kopfes. Perspektivisch könnte die tDCS somit helfen, bei Patienten nach SHT 1. Grades veränderte Botenstoffaktivitäten auszugleichen und die Patienten so besser vor Gedächtnisstörungen im Alter zu schützen.

PROJEKT 2 befasst sich mit dem Einfluss von tDCS auf die Aktivität bestimmter Botenstoffe bei älteren Patienten (> 55 Jahre), die ein SHT 1. Grades vor dem 35. Lebensjahr erlitten haben. Wie im Projekt 1 wird die Botenstoffaktivität mittels TMS bestimmt und die Patienten erhalten ein MRT sowie eine ausführliche neuropsychologische Testung. Zusätzlich werden verschiedene Biomarker im Blut bestimmt. Mit Verlaufsuntersuchungen (TMS, MRT, Blutbiomarker) nach einem und nach zwei Jahren wird geprüft, ob diese Marker prädiktiv für eine „beschleunigte“ Neurodegeneration sind.

Studienleitung: Prof. Dr. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, Neurologie CCM)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

TRAINSTIM: Verbesserung von Gedächtnisfunktionen bei älteren Erwachsenen durch Training und nicht-invasive Hirnstimulation

In diesem Projekt werden die neuronalen Korrelate und Wirkmechanismen nicht-invasiver elektrischer Stimulation bei älteren Erwachsenen im Renten- sowie im Erwerbsalter untersucht. Darüber hinaus umfasst das Projekt die Untersuchung der Effekte der Hirnstimulation auf das episodische Gedächtnis und deren Unterschiede zwischen den Altersgruppen und zu einer Gruppe junger Erwachsener. Dazu kommen die in-vivo Magnetresonanz (MR)-Spektroskopie, die Messung der funktionellen Ruhekonnektivität sowie strukturellen Konnektivität im MR-Tomographen zum Einsatz. Darauf aufbauend soll ein neues Trainingsparadigma für Arbeits- und episodische Gedächtnisfunktionen entwickelt werden um die Effektivität eines computerbasiertes Gedächtnistraining in Kombination mit der Hirnstimulation im häuslichen Kontext zu überprüfen. Es sollen vor allem langfristige Verbesserungen nicht nur in der trainierten sondern auch darüber hinaus in ähnlichen und anderen Aufgaben sowie in validierten Fragebogen zu Alltagsgedächtnisfunktionen erzielt werden. 

Studienleitung: Prof. Dr. med. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, Neurologie CCM)

SMARTAGE: Einfluss polyaminreicher Nahrungsergänzung auf kognitive Fähigkeiten bei gesunden Menschen mit subjektiv empfundener Gedächtnisverschlechterung

Bisherige Daten lassen vermuten, dass bestimmte Nahrungsinhaltsstoffe eine direkte Wirkung auf die Funktion von Nervenzellen und geistige Fähigkeiten haben. In der Studie „SmartAge“ wird die Wirkung polyaminreicher Nahrungsergänzung auf kognitive Fähigkeiten, insbesondere Lernen und Gedächtnis, und periphere Biomarker (z.B. Blutparameter und vaskuläre Prozesse) bei gesunden älteren Menschen mit subjektiv empfundener Gedächtnisverschlechterung überprüft. Polyamine sind wichtige körpereigene Produkte des Zellstoffwechsels, deren Konzentration beim Menschen mit dem Alter abnimmt. Bei dieser Studie handelt es sich um eine monozentrische Eine Studie, die an mehreren Zentren durchgeführt wird., randomisierte Die Zuteilung in die Behandlungsarme erfolgt rein zufällig., Placebo-kontrollierte und doppelt-verblindete Proof-of-Concept Eine Studie, die die prinzipielle Machbarkeit und Durchführbarkeit eines Forschungsansatzes überprüft. A study investigating the feasibility and practicability of a research approach.-Studie.

Kooperationen bestehen unter anderem mit dem Arbeitsbereich des Instituts für Biologie/Genetik der Freien Universität Berlin (Prof. Stephan Sigrist). 

Studienleitung: Prof. Dr. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, CSB, Neurologie CCM)