Aktuelle Studien

Derzeit werden ca. 50 klinische Studien am NCRC (NeuroCure Clinical Research Center) zu neurologischen und (neuro-)psychiatrischen Erkrankungen durchgeführt. 

 

Die hier dargestellten Studien stellen nur eine Auswahl aus vielen am NCRC angebotenen Diagnostik- und Therapiestudien dar. Zusätzlich zu unseren eigenen Studien nehmen wir auch an Studien teil, die von Pharmaunternehmen durchgeführt werden (z.B. Studien mit Fingolimod (Novartis), Laquinimod (TEVA Pharma), Copaxone (TEVA Pharma), Masitinib (AB Science), Belimumab (GlaxoSmithKline), IgPro20 (CSL Behring GmbH) oder Registerstudien (Biomarin)).

Studien zur Multiplen Sklerose (Auswahl):  

CIS-Studie: Klinisch isoliertes Syndrom und neu diagnostizierte Multiple Sklerose: Diagnostische, prognostische und Therapie-Response Marker

Diese Verlaufsuntersuchung richtet sich an Patienten, die erst seit kurzer Zeit an einer Multiplen Sklerose leiden oder bei denen ein sog. „Klinisch Isoliertes Syndrom“ (CIS) diagnostiziert wurde. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die helfen soll, die Erkrankung in ihren frühen Phasen besser zu verstehen und Marker für den Verlauf und die Prognose zu entwickeln. In regelmäßigen Abständen erhalten die Studienteilnehmer u.a. eine neurologische Untersuchung, eine MRT-Untersuchung und eine optische Kohärenztomographie. 

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC, ECRC)

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EVIDIMS-Studie: Vitamin D bei Multipler Sklerose

In dieser Studie untersuchen wir, ob die regelmäßige hochdosierte Einnahme von Vitamin D den klinischen Verlauf sowie verschiedene MRT-Parameter bei Patienten mit schubförmig-remittierender MS oder sogenannte klinisch isoliertem Syndrom positiv beeinflusst. Eine Vielzahl von Untersuchungen deutet darauf hin, dass der Blutspiegel von Vitamin D sowohl das Erkrankungsrisiko als auch den Verlauf einer Multiplen Sklerose (MS) beeinflussen kann. Es ist jedoch noch unklar, ob dies auch für die Einnahme von Vitamin D zutrifft. Eine Besonderheit dieser Studie ist, dass, im Gegensatz zu den häufigeren placebokontrollierte In einem Studienarm erhalten die Patienten ein sogenanntes Placebo. Das ist ein Scheinmedikament, welches wie die Studienmedikation aussieht, aber keinen Wirkstoff enthält. Studien, hier zwei verschiedenen Dosierungen von Vitamin D verglichen werden. Das bedeutet, dass alle Studienteilnehmer Vitamin D erhalten. Teilnehmen können männliche und weibliche Patienten die seit mindestens drei Monaten eine MS-Behandlung mit Interferon-β1b bekommen. Das Studienmedikament wird alle zwei Tage über 1,5 Jahre oral eingenommen und ist sehr gut verträglich .  Die Behandlung mit Interferon-β wird während der Studie fortgeführt. Auch bei dieser Studie werden die Patienten regelmäßig in der Studienambulanz gesehen und untersucht.

Studienleitung: Dr. Jan Dörr (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

FAM-Studie: Fatigue bei Multiple Sklerose

Ein Großteil der an Multipler Sklerose erkrankten Patienten leidet unter chronischer Erschöpfung, die auch als Fatigue bezeichnet wird. Bisher gibt es keine erfolgreiche evidenzbasierte Therapie zur Behandlung des Fatigue-Syndroms. In der FAM-Studie sollen zwei nicht medikamentöse Verfahren  -Akupunktur und Achtsamkeitstraining - als Therapiemöglichkeit bei Fatigue untersucht werden.

In die Studie können Patienten aufgenommen werden, bei denen eine Multiple Sklerose diagnostiziert wurde und bei denen seit mindestens 3 Monaten ein Fatigue-Syndrom besteht. Die Teilnehmer sollen zwischen 18 und 65 Jahre alt sein und müssen gehfähig ohne Hilfsmittel sein. Die Therapie der Multiplen Sklerose und des Fatigue-Syndroms darf in den drei Monaten vor Aufnahme in die Studie nicht verändert worden sein. Die Studientermine werden am NCRC in Berlin durchgeführt.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier (Link zum Flyer)

Studienleitung:

Prof. Dr. med. Friedemann Paul (AG Neuroimmunologie, NCRC, ECRC) und

Prof. Dr. med. Claudia Witt (Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charite - Universitätsmedizin Berlin)

 

FLIMMERBOX-Studie: Untersuchung der „kritischen Flimmerfrequenz“ als funktioneller Parameter einer retinalen Funktionsstörung bei Patienten mit Multipler Sklerose

Bei dieser Studie geht es um eine Verlaufsuntersuchung der kritischen Flimmerfrequenz (CFF). Die CFF ist die Wiederholungsfrequenz eines blinkenden Lichtsignals, ab der die zeitliche Auflösungsfähigkeit des Auges ausreicht um die einzelnen Lichtsignale zu unterscheiden. Mit anderen Worten beschreibt die CFF die Frequenz, ab der ein Mensch nicht mehr ein kontinuierliches Lichtsignal, sondern ein flimmerndes Signal wahrnimmt. In diesem Forschungsvorhaben soll nun zum einen untersucht werden, ob sich die CFF von MS-Patienten von der CFF bei Gesunden unterscheidet und zum anderen, ob die CFF bei MS-Patienten mit einer messbaren Schädigung von Nervenfasern korreliert. In dieser Studie finden in 1,5 Jahren drei Visiten mit einer neurologischen Untersuchung, optischer Kohärenztomographie und Untersuchungen der CFF statt. Diese Studie ist offen für Patienten mit schubförmig-remittierender MS.

Studienleitung: Dr. Jan Dörr (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC)

 

MOVING-Studie: Modifizierung des visuellen Outcome nach Optikusneuritis durch Gilenya®

Viele MS-Patienten erleiden zu Beginn oder im Verlauf der MS-Erkrankung eine Sehnervenentzündung, die häufig zu einer dauerhaften Zerstörung von Nervenfasern und -zellen führt. Das neu zugelassene MS-Medikament Gilenya® besitzt neben seiner anti-entzündlichen Wirkung möglicherweise auch neuroprotektive Eigenschaften. In der MOVING-Studie soll untersucht werden, ob sich durch eine frühzeitige Behandlung mit Gilenya® im Vergleich zur Standardbehandlung mit Interferon beta die Zerstörung nervaler Strukturen messbar reduzieren lässt.

Die Studiendauer beträgt sechs Monate. Teilnehmen können männliche und weibliche Patienten mit schubförmig-remittierender MS oder sogenanntem klinisch isoliertem Syndrom, die kürzlich eine Sehnervenentzündung erlitten haben. Es erfolgen regelmäßig Untersuchungen (u.a. MRT, verschiedene Augenuntersuchungen) am Studienzentrum.

Studienleitung: PD Dr. Olaf Hoffmann (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC) in Kooperation mit Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC, ECRC)

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TRIOMS-Studie: Behandlung der Multiplen Sklerose mit Wurmeiern des Schweinepeitschenwurms
Vorarbeiten deuten an, dass eine asymptomatische Wurminfektion durch den Schweinepeitschenwurm die Krankheitsaktivität von Autoimmunerkrankungen reduzieren kann. Diesen Ansatz wollen wir in der TRIOMS-Studie bei Patienten mit schubförmig-remittierender MS oder sogenanntem klinisch isoliertem Syndrom weiter untersuchen. Dazu nimmt eine Gruppe von Studienteilnehmer über ein Jahr regelmäßig eine Flüssigkeit ein, die gereinigte Eizellen des Schweinepeitschenwurms enthält. Eine zweite Gruppe erhält ein identisch aussehendes Placebo-Produkt. Die Wirksamkeit der Behandlung wird in erster Linie mittels Kernspintomographie untersucht. Bisherige Daten legen eine sehr gute Verträglichkeit der Eier nahe.
Teilnehmen können männliche und weibliche Patienten mit schubförmig-remittierender MS oder sogenanntem klinisch isoliertem Syndrom, bei denen eine Unverträglichkeit oder Unwirksamkeit der standardisierten Therapie mit Interferonen oder Glatirameracetat besteht. Auch bei dieser Studie werden die Patienten regelmäßig in der Studienambulanz gesehen und untersucht.
Studienleitung: Dr. Berit Rosche (Klinik für Neurologie) in Kooperation mit Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC, ECRC)
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NK-Zellen-Studie: Untersuchung der Natürlichen Killer (NK-) Zellen unter Fingolimod-Behandlung

Ziel dieser Studie ist es, die Effekte auf bestimmte Blutzellen, wie die so genannten natürlichen Killer (NK)-Zellen im Verlauf einer Therapie mit Fingolimod (Handelsname: Gilenya®) bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS), zu untersuchen.

Die Wirksamkeit dieses Medikaments wurde in der Behandlung der MS in mehreren Studien gut belegt. Trotzdem ist im Detail noch unklar, wie genau das Medikament das Immunsystem von MS-Patienten beeinflusst. NK-Zellen sind unerlässlich bei der Bekämpfung von Infektionen. Darüber hinaus hat sich in den letzten Jahren herausgestellt, dass NK-Zellen auch eine wichtige Rolle bei der Regulation des Immunsystems im Allgemeinen und insbesondere auch bei Autoimmunerkrankungen wie der MS spielen. Daher ist es sehr wichtig zu verstehen, wie Fingolimod/Gilenya® auf die NK-Zellen wirkt.

An der Studie können sowohl männliche als auch weibliche Patienten mit schubförmiger MS im Alter von 18 bis 65 Jahren teilnehmen, bei denen eine medizinische Notwendigkeit für eine Behandlung mit Fingolimod/Gilenya® besteht.

Die Studiendauer beträgt 12 Monate, in denen 6 Visiten stattfinden. Die Therapie mit Fingolimod/Gilenya® wird im Anschluss an die Studie fortgesetzt.

Studienleitung: Dr. Jan Dörr (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC)

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Datenbank zu Familienplanung und Schwangerschaft bei Multipler Sklerose

Da die Multiple Sklerose v.a. Frauen betrifft und in der Regel erstmals zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auftritt, fällt der Beginn der Erkrankung damit bei vielen Patientinnen in eine Lebensphase, die mit Familienplanung und Kinderwunsch einhergeht.

Bislang gibt es nur unzureichende Daten zum Einfluss einer Schwangerschaft auf die Multiple Sklerose. Dies trifft sowohl auf die Häufigkeit und Schwere von Schüben und deren mögliche Behandlung während und nach der Schwangerschaft, als auch auf den Langzeitverlauf der Erkrankung zu.

Bis heute führt dieser Mangel an Informationen zu einer starken Verunsicherung der MS-Patientinnen und deren Behandler, da bislang Schwangerschaften bei MS-Patientinnen als Risiko betrachtet wurden. Daher möchten wir im Rahmen dieser Studie Patientinnen in der Zeit des Kinderwunschs sowie während und nach einer Schwangerschaft begleiten, um sie individuell beraten und die Einflüsse von Schwangerschaften auf die MS-Erkrankung untersuchen zu können.

Die Studiendauer beträgt 36 Monate, in denen 12 Visiten stattfinden

Studienleitung: Dr. Nadja Borisow (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC)

Studien zur Neuromyelitis optica (NMO):

NEMOS Studie

Die NMO (auch Devic-Syndrom genannt) ist eine seltene entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, welche fast ausschließlich die Sehnerven und das Rückenmark betrifft. Die Neuromyelitis optica Studiengruppe (nachfolgend NEMOS abgekürzt) ist eine Initiative von Ärzten aus etwa 25 Kliniken in ganz Deutschland, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Kenntnisse über die NMO zu erweitern und damit die Diagnostik und Therapie der von dieser Erkrankung betroffenen Patienten zu verbessern. In diesem Projekt sollen einerseits von NMO-Patienten, die in eine Teilnahme an diesem Vorhaben eingewilligt haben, wichtige Informationen zur Diagnose, zum Verlauf und zur Therapie in pseudonymisierter Form in einer Datenbank zusammengefasst werden. Andererseits möchten wir zum besseren Verständnis der Krankheitsprozesse bei NMO-Patienten gezielt MRT-Untersuchungen, Tests zur kognitiven Leistungsfähigkeit und eine optische Kohärenztomographie durchführen. Teilnehmen können alle Patienten, bei denen die Diagnose einer Neuromyelitis optica bzw. eines Devic-Syndroms gestellt wurde. 

Weitere Informationen zur NEMOS-Studiengruppe sowie zur Neuromyelitis optica finden Sie hier: http://www.nemos-net.de/

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC, ECRC)

Studien zum Susac-Syndrom:

SUSAC-Studie: Untersuchung von geeigneten Biomarkern bei Patienten mit Susac-Syndrom und passenden Kontrollindividuen

Das Susac-Syndrom ist eine seltene Erkrankung, die das Gehirn, die Netzhaut des Auges und das Innenohr betrifft. Es kommt dabei u.a. zu kognitiven Störungen, Persönlichkeitsveränderungen, Lähmungserscheinungen, Sehstörungen und Hörminderung. Die Ursache des Susac-Syndroms ist nicht genau bekannt. In diesem Forschungsvorhaben sollen zum einen Biomarker identifiziert werden, die eine zuverlässige Diagnose des Susac-Syndroms und eine Abgrenzung gegenüber anderen, zumeist weitaus häufigeren Erkrankungen ermöglichen. Zum anderen sollen die Kenntnisse und das Verständnis des zugrundeliegenden schädigenden Prozesses verbessert werden. Eine sichere Diagnosestellung und ein besseres Verständnis der schädigenden Mechanismen sind letztlich auch der Schlüssel zu einer wirksamen Therapie. Teilnehmen können alle Patienten, bei denen ein Susac-Syndrom festgestellt wurde oder vermutet wird.

Studienleitung: Dr. Jan Dörr (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC)

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Studien zum Schlaganfall (Auswahl):

ITS-Kohorte: Prognostische Marker bei Patienten auf der neurologischen Intensivstation

Die individuelle Prognose von Patienten mit neurologischen Grunderkrankungen spielt schon während der der Akut-Therapie auf der Intensivstation eine wichtige Rolle. Sie ist zudem für die Weiterbehandlung von wichtiger Bedeutung, insbesondere auch für die Planung von Rehabilitationsmaßnahmen. Bei vielen Patienten kommt es während der intensivmedizinischen Versorgung zudem zu einer Reihe typischer Komplikationen, wie schweren Infektionen oder Lungenembolien, die eine Verschlechterung der Prognose nach sich ziehen können. Viele Patienten mit neurologischen Grunderkrankungen haben lange, häufig Monate andauernde Krankheitsverläufe auf der Intensivstation, während derer sich ihr Gesundheitszustand nur wenig verändert. Gerade bei diesen Patienten ist die Prognose häufig unklar. In diesem Patientenkollektiv stellt sich die Frage nach der Angemessenheit/ dem Ziel einer intensivmedizinischen Therapie. Eine frühe und verlässliche Vorhersage über den zu erwartenden Krankheitsverlauf, insbesondere zur Langzeitprognose würde vor dem Hintergrund individueller Lebensvorstellungen, d.h. des (mutmaßlichen) Willens des Patienten, die Therapieentscheidungen auf der neurologischen Intensivstation erheblich erleichtern. Ziel der „ITS-Kohorte“ ist daher die Evaluation von der prädiktiven Eigenschaften von klinischen, immunologischen, bildgebenden und weiteren anderen Parametern zur Vorhersage des Langzeit-Outcomes von Patienten mit unterschiedlichen neurologischen Krankheitsbildern, die auf der neurologischen Intensivstation behandelt werden müssen.

Studienleitung: Prof. Dr. Andreas Meisel (AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen, NCRC, CSB, Neurologie CCM)

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Gehirnstimulationsstudien: Gehirnstimulation und intensives Training in der Rehabilitation chronischer motorischer Paresen und chronischer Aphasie nach Schlaganfall

In diesen Projekten werden Patienten, die nach einem Schlaganfall an einer Lähmung (motorischer Parese) bzw. an einer Sprachstörung (Aphasie) leiden, mittels eines intensiven physiotherapeutischen Trainings sowie einer Kombination von physiotherapeutischem Training und transkranieller Gleichstromstimulation bzw. mittels eines hochintensiven individuell angepassten Benenntrainings sowie einer Kombination aus intensivem Benenntraining und transkranieller Gleichstromstimulation untersucht. Gleichzeitig werden die zugrunde liegenden Mechanismen mittels struktureller und funktioneller Bildgebung (sowie Einzelpuls-TMS (Transkranieller Magnetstimulation)) erfasst.

 

Studienleitung: Prof. Dr. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, CSB, Neurologie CCM)

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Pilotstudie zur Optischen Kohärenztomographie (OCT) bei Patienten mit ischämischen Infarkten im Stromgebiet der A. cerebri posterior

Tritt in einer bestimmten Region des Gehirns eine Schädigungen auf, können mitunter damit zusammenhängende Veränderungen von Nervenzellstrukturen auch an weiter entfernten anderen Gehirnregionen festgestellt werden. Gegenstand dieser Studie ist die Darstellung einer möglichen Beteiligung der vorderen Abschnitte des Sehsystems (Netzhaut) bei Patienten, die einen Schlaganfall mit Beteiligung der hinteren Abschnitte des Sehsystems erlitten haben. Die hier durchgeführten Untersuchungen mit der optischen Kohärenztomographie bei Patienten könnten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Funktionsweise des Sehsystems liefern.

Diese Studie richtet sich primär an Patienten mit neu aufgetretenen Schlaganfällen im Stromgebiet der Arteria cerebri posterior. Teilnehmen können auch Patienten mit umschriebenen kleinen „lakunären“ Infarkten in anderen Gehirnarealen.

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC, ECRC)

STRAWINSKI-Studie: Ein ungünstiges Outcome nach Schlaganfall ist mit nosokomialen Infektionen assoziiert: PCTus-gesteuerte antibakterielle Therapie bei Patienten mit schwerem ischämischem Schlaganfall

Die Entwicklung von Schlaganfall-assoziierten Infektionen hat einen negativen Einfluss auf das Outcome, d.h. den Krankheitsverlauf nach Schlaganfall. Eine durch Biomarker ermöglichte frühe Identifikation von Hochrisikopatienten könnte über den frühzeitigen Beginn einer antibiotischen Therapie zu einer Verbesserung des Outcomes nach Schlaganfall beitragen. Mit dieser Studie möchten wir untersuchen, ob ein intensives Infektionsmonitoring mittels Procalcitonin ultrasensitiv (PCTus) nicht nur eine frühe und gezielte standardisierte Behandlung mit Antibiotika erlaubt,  sondern auch das funktionelle Outcome nach einem Schlaganfall - im Vergleich zu einer auf den aktuellen Leitlinien basierenden Standard-Therapie - verbessern kann.

Es handelt sich um eine multizentrische Eine Studie, die an mehreren Zentren durchgeführt wird., randomisierte Die Zuteilung in die Behandlungsarme erfolgt rein zufällig., doppelblinde Doppelblind bedeutet, dass weder der Patienten noch der Arzt wissen, ob der Patient die Studienmedikation oder das Placebo erhält (bzw. bei Studien ohne Medikation: in welchem Studeinarm der Patient sich befindet). Studie.

Studienleitung: Prof. Dr. Andreas Meisel (AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen, NCRC, CSB, Neurologie CCM)

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GUTSTROKE - Einfluss des Schlaganfalls auf die Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota

Die mikrobielle Kolonisation des Darms (Darmmikrobiota) besteht aus 1013-1014 Mikroorganismen, mit einem Metagenom (Mikrobiom) 100-mal größer als das menschliche. Die metabolischen Kapazitäten der Mikrobiota wurden mit denen der menschlichen Leber verglichen. Vor kurzem wurde eine bidirektionale Kommunikation zwischen dem Nervensystem und der Darmflora beschrieben. Die Darmflora soll eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und im Verlauf verschiedener Krankheiten des Nervensystems spielen. Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmflora wurden u.a. bei Autismus, Depressionen, Guillain-Barré Syndrom und Multipler Sklerose nachgewiesen. In der letzten Zeit wurde auch ein Zusammenhang zwischen Störungen der Mikrobiota-Zusammensetzung, Arteriosklerose und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse festgestellt.

In dieser Studie möchten wir untersuchen, ob es nach einem Schlaganfall zu Veränderungen der Darm-Mikrobiota kommt und ob sich die Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota von schwer betroffenen Schlaganfallpatienten und von Patienten mit nur kurzzeitigen Durchblutungsstörungen im Gehirn (Transitorische Ischämische Attacke, TIA) unterscheidet. Zusätzlich sollen immunologische Parameter der Patienten analysiert sowie ein möglicher Zusammenhang zwischen eventuellen Schlaganfall-assoziierten Veränderungen der Mikrobiota und Veränderungen in der Immunantwort untersucht werden.

Es handelt sich um eine prospektive Im Gegensatz zu retrospektiv, eine Datenerhebung und Analyse, die sich auf die Zukunft bezieht, d.h. die Hypothese besteht bereits vor der Untersuchung fest.   Proof-of-concept- und Beobachtungs-Studie.

Studienleitung: Prof. Dr. Andreas Meisel (AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen, NCRC, CSB, Neurologie CCM)

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Management der Schlaganfall-Nachsorge: eine Querschnittstudie zu post-rehabilitativer Behinderung durch Schlaganfall und Patientenbedürfnissen („MAS I“)

Ein Schlaganfall ist nicht nur eine plötzliche lebensbedrohliche Erkrankung, sondern für sehr viele Patienten auch mit dauerhaften Einschränkungen und verschiedenen Komplikationen verbunden. Obwohl es sich beim Schlaganfall um eine sehr häufige Erkrankung handelt, gibt es zum Langzeitverlauf der Erkrankung bislang nur sehr wenige wissenschaftliche Erkenntnisse und Behandlungskonzepte. Wir untersuchen in dieser Beobachtungsstudie unter welchen Einschränkungen die Patienten Monate und Jahre nach einem Schlaganfall leiden, und wie stark diese ausgeprägt sind. Die Studie ist Teil eines mehrstufigen Projektes zur Entwicklung eines integrierten Nachsorge-Modells für Schlaganfall-Patienten über die Phase der Rehabilitation hinaus.

Hauptverantwortlicher Studienleiter: Prof. Dr. Andreas Meisel (AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen, NCRC, CSB, Neurologie CCM)

Weitere Studienleiter: Ian Wellwood, Ph.D (AG CEHRiS, CSB), Prof. Dr. Jörg Wissel (Mitglied der BSA) 

Ansprechpartner: Dr. Benjamin Hotter – benjamin.hotter@charite.de

Studien zur Myasthenia gravis (Auswahl):

MYASTHENIE-Kohorte: Myasthenia gravis: Diagnostische, prognostische und Therapie-Response Marker

Der Verlauf und der Schweregrad der Myasthenia gravis (MG) sind individuell sehr unterschiedlich. Bislang gibt es keine klinischen, genetischen oder immunologischen Marker, die eine Vorhersage der Verlaufsform und damit der Prognose der Myasthenie erlauben. Mit Hilfe der Myasthenie-Kohorte sollen prognostische Parameter identifiziert werden, die den Verlauf (okulär, generalisiert, myasthene Krise), das Ansprechen auf die Therapie (Pyridostigmin, Steroide, Immunsuppressiva, Thymektomie) und den Langzeit-Verlauf frühzeitig vorhersagen können. Zudem sollen Biomarker identifiziert werden, die die Krankheitsaktivität (Krankheitsremissionen bzw. Exazerbation) vorhersagen. Ferner sollen anhand der über einen Zeitraum von zehn Jahren systematisch untersuchten und klinisch sowie paraklinisch prospektiv Im Gegensatz zu retrospektiv, eine Datenerhebung und Analyse, die sich auf die Zukunft bezieht, d.h. die Hypothese besteht bereits vor der Untersuchung fest. sehr gut definierten Studienpopulation neue wissenschaftliche Hypothesen und Erkenntnisse überprüft werden.

Studienleitung: Prof. Dr. Andreas Meisel (AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen, NCRC, CSB, Neurologie CCM)

TAVAB: Therapie autoantikörper-vermittelter Erkrankungen mit Bortezomib

Trotz der vielgestaltigen Manifestationsformen ähneln sich eine Reihe von Autoimmunerkrankungen darin, dass sie einerseits durch eine Produktion von pathogenetischen Autoantikörpern und zum anderen durch eine (Langzeit-)Therapie bestehend aus Kortikosteroiden und zusätzlichen Immunsuppressiva gekennzeichnet sind. Vor allem die sogenannten langlebigen Plasmazellen, die Autoantikörper produzieren, die die Chronizität der Erkrankungen ausmachen und über Jahre, Jahrzehnte oder auch lebenslang persistieren können, sind jedoch gegenüber den derzeitigen Therapien resistent.

Dies führt dazu, dass eine Heilung dieser Erkrankungen faktisch nicht möglich ist, aus der zur Stabilisierung der Erkrankung notwendigen Langezeitimmunsuppression oft eine Vielzahl gravierender Nebenwirkungen resultiert und ein signifikanter Teil der Patienten auf die verfügbaren Therapien nicht ausreichend anspricht.

Daher sind neue therapeutische Ansätze für diese Erkrankungen von höchster medizinischer Notwendigkeit.

Seit einigen Jahren ist der Proteasomeninhibitor Bortezomib mit einem relativ Plasmazellspezifischen Wirkmechanismus zur Therapie des Multiplen Myeloms (Plasmozytoms) zugelassen. Der Wirkmechanismus beruht dabei auf einer Hemmung des Proteasoms. Dies führt speziell in Zellen, die einen hohen Proteinumsatz haben, wie aufgrund ihrer Antikörperproduktion z.B. Myelomzellen oder eben auch die oben genannten Plasmazellen, zum Zelltod. Erste tierexperimentelle Daten zeigen auch bei autoantikörpervermittelten Erkrankungen einen signifikanten therapeutischen Effekt von Bortezomib. Eine systematische Untersuchung im Rahmen einer Studie beim Menschen wurde bisher jedoch noch nicht durchgeführt.

Daher sollen im Rahmen dieser Studie jeweils eine geringe Zahl therapierefraktärer Patienten mit Myasthenia Gravis (MG), Systemischem Lupus Erythematosus (SLE) und Rheumatoider Arthritis (RA) mit Bortezomib (Velcade®) zusätzlich zur bestehenden Medikation therapiert werden. Im Verlauf werden dann die Entwicklung des krankheitsspezifischen Antikörper-Titers, die klinische Aktivität, Auswirkungen auf die Lebensqualität und weitere Parameter analysiert.

Die Studie wird unter gemeinschaftlicher Leitung von Prof. Falk Hiepe (Rheumatologie, Charité) und Prof. Andreas Meisel (Neurologie, Charité) durchgeführt.

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Studien zur chronisch-inflammatorisch demyelinisierenden Polyneuropathie CIPD (Auswahl):

CIDP-Kohorte: Chronisch-inflammatorisch demyelinisierende Polyneuropathie: Diagnostische, prognostische und Therapie-Response Marker

Der Verlauf und der Schweregrad der chronisch-inflammatorisch demyelinisierenden Polyneuropathie (CIDP) sind individuell sehr unterschiedlich. Besonders bei jüngeren Patienten (ca. 30% der Fälle) beobachtet man schubförmige Verläufe. Bislang gibt es keine klinischen, genetischen oder immunologischen Marker, die eine Vorhersage der Verlaufsform und damit der Prognose der CIDP erlauben. Mit Hilfe der „CIDP-Kohorte“ sollen Prognoseparameter identifiziert werden, die den Verlauf, aber auch das therapeutische Ansprechen und das Langzeit-Outcome frühzeitig vorhersagen können. Zudem sollen Biomarker identifiziert werden, die die Krankheitsaktivität (Krankheitsremission bzw. Exazerbation) vorhersagen. Anhand der über einen Zeitraum von 10 Jahren systematisch untersuchten prospektiv Im Gegensatz zu retrospektiv, eine Datenerhebung und Analyse, die sich auf die Zukunft bezieht, d.h. die Hypothese besteht bereits vor der Untersuchung fest. sehr gut charakterisierten Studienpopulation sollen ferner neue wissenschaftliche Hypothesen und Erkenntnisse überprüft werden.

Studienleitung: Dr. Juliane Klehmet (AG Zerebrovaskuläre Erkrankungen, NCRC, Neurologie CCM)

Studien zu Entwicklungsstörungen des Nervensystems (z.B. Epilepsie) (Auswahl):

CARDIF-Studie: Kohlendioxid zur Behandlung von Fieberkrämpfen

5% aller Kinder erleiden in ihrem Leben mindestens einen Fieberkrampf. 30% dieser Kinder haben wiederholte oder besonders lang andauernde Fieberkrämpfe, was für die Eltern immer eine sehr bedrohliche Situation darstellt. Bisherige Standardtherapie ist die rektale Gabe von Diazepam bei Anfällen die länger als 3 Minuten dauern. Diese Substanz hat einen ruhigstellenden (sedierenden) Effekt, wirkt leider nicht immer und in der Regel schlafen die Kinder nach Anwendung für den Rest des Tages oder sind zumindest benommen.

In Voruntersuchungen konnte gezeigt werden, dass das Einatmen von einer erhöhten Kohlendioxid-Konzentration Fieberkrämpfe schnell beenden kann. Dies möchten wir nun in einer randomisierten Die Zuteilung in die Behandlungsarme erfolgt rein zufällig., placebokontrollierten In einem Studienarm erhalten die Patienten ein sogenanntes Placebos. Das ist ein Scheinmedikament, welches wie die Studienmedikation aussieht, aber keinen Wirkstoff enthält., doppelblinden Doppelblind bedeutet, dass weder der Patienten noch der Arzt wissen, ob der Patient die Studienmedikation oder das Placebo erhält (bzw. bei Studien ohne Medikation: in welchem Studeinarm der Patient sich befindet). größeren Studie mit der Anwendung von Carbogen, einer Gasmischung bestehend aus 5% Kohlendioxid und 95% Sauerstoff, bestätigen. Alle bisherigen Daten weisen eine sehr hohe Sicherheit von Carbogen nach. Die Gabe des Kohlendioxids erfolgt über eine Niedrigdruck-Dose (ähnlich einer Spraydose), die eine Gasmischung aus 5% Kohlendioxid und  95% Sauerstoff enthält. Teilnehmende Patienten erhalten diese Dosen zur Anwendung mit nach Hause.

Studienleitung: Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld (AG Entwicklungsstörungen des Nervensystems, NCRC, Pädiatrie CVK)

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Die Ursachen von Fieberkrämpfen

Drei bis fünf Prozent aller Menschen hatten mindestens einmal in ihrem Leben einen Fieberkrampf. Trotz der Häufigkeit dieser Krankheit sind die pathophysiologischen Die pathophysiologische Forschung beschäftigt sich damit, welche Mechanismen zu einer Erkrankung führen und wie ein erkrankter Körper  funktioniert. und genetischen Ursachen ungeklärt. Basierend auf Untersuchungen an einem Tiermodell, welches eine gestörte Atemregulation bei Fieber als mögliche Ursache nahelegt, führen wir eine klinische Studie durch, bei der wir diese Hypothese am Menschen überprüfen. In der Studie werden Kinder in der Nacht nach einem Fieberkrampf kontinuierlich hinsichtlich ihrer Atemfrequenz, Körpertemperatur, der Sauerstoffsättigung und des Kohlendioxid Partialdrucks überwacht. Als Kontrollgruppe dienen Kinder, die zwar Fieber haben, aber keinen Krampfanfall erlitten haben.

Studienleitung: Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld (AG Entwicklungsstörungen des Nervensystems, NCRC, Pädiatrie CVK)

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Entwicklung von Software zur Beurteilung von Genvarianten und krankmachenden Mutationen beim Menschen

Die neuen Sequenzierungstechniken werden es erlauben, in wenigen Jahren das Genom eines jeden Menschen für 1.000 US-Dollar zu sequenzieren (d.h. die Abfolge von 3 Milliarden Basenpaaren zu lesen). Dabei wird man zwangsläufig auf zahlreiche Varianten stoßen, von denen die überwiegende Mehrzahl gutartig ist und nur die Unterschiede zwischen den Menschen widerspiegeln. Wir entwickeln und verbessern kontinuierlich Software, welche wir frei über das Internet zur Verfügung stellen und die es Ärzten und Forschern ermöglicht, diese Genvarianten automatisch zu bewerten und gutartige von krankmachenden Veränderungen zu unterscheiden. Dies vereinfacht die Suche der „Stecknadel im Heuhaufen“. Nähere Informationen finden Sie hier. Die Software ist verfügbar über http://www.genedistiller.org und http://www.mutationtaster.org

Studienleitung: Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld (AG Entwicklungsstörungen des Nervensystems, NCRC, Pädiatrie CVK)

Genetische Ursachen schwerer Epilepsien des Kleinkindalters

Diese Studie widmet sich der Aufklärung genetischer Ursachen des West Syndroms, einer im Säuglings- oder Kleinkindalter auftretenden schweren Form der Epilepsie. Die Untersuchung besteht in der Genkartierung und Gensequenzierung bei betroffenen Patienten und ihren Familien. Wir hoffen, durch diese Untersuchungen die Ursachen aufzudecken, die in Zukunft eine ursächliche Therapie ermöglichen werden.

Studienleitung: Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld (AG Entwicklungsstörungen des Nervensystems, NCRC, Pädiatrie CVK)

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Genetische Ursachen der Arthrogryposis multiplex congenita

Mit dieser Studie möchten wir Gene identifizieren, deren Mutationen zu einem Krankheitsbild führen, bei dem die Kinder schon im Mutterleib bewegungsarm sind und deshalb mit versteiften Gelenken geboren werden. Wir bestimmen dafür die Basensequenz von Genen, die in der Entwicklung des Muskel- und Nervensystems eine Rolle spielen.

Studienleitung: Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld (AG Entwicklungsstörungen des Nervensystems, NCRC, Pädiatrie CVK)

Studien zur Muskeldystrophie Duchenne:

SUNIMUD-Studie: Sunphenon EGCg (Epigallocatechin-Gallat) in der Muskeldystrophie vom Typ Duchenne

In dieser Studie, die in enger Zusammenarbeit mit dem SPZ Neuropädiatrie am Charité-Campus Virchow Klinikum und der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der DRK Kliniken Berlin Westend durchgeführt wird, untersuchen wir, ob die regelmäßige Einnahme des Extraktes aus dem Grünen Tee (Epigallocatechin-Gallat, EGCG) das Voranschreiten der Behinderung bei Patienten mit der Muskeldystrophie Duchenne positiv beeinflusst. Es handelt sich um eine multizentrische Eine Studie, die an mehreren Zentren durchgeführt wird. randomisierte Die Zuteilung in die Behandlungsarme erfolgt rein zufällig., placebokontrollierte In einem Studienarm erhalten die Patienten ein sogenanntes Placebo. Das ist ein Scheinmedikament, welches wie die Studienmedikation aussieht, aber keinen Wirkstoff enthält., doppelblinde Doppelblind bedeutet, dass weder der Patienten noch der Arzt wissen, ob der Patient die Studienmedikation oder das Placebo erhält (bzw. bei Studien ohne Medikation: in welchem Studeinarm der Patient sich befindet). Studie. Teilnehmen können männliche Patienten mit der Diagnose einer Muskeldystrophie Duchenne ab einem Alter von fünf Jahren. Das Studienmedikament wird als Kapsel zweimal täglich eingenommen.

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC, ECRC), Dr. Ulrike Grieben (SPZ, Pädiatrie)

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Studien zu leichten Gedächtniseinschränkungen und zur Alzheimer Demenz (Auswahl):

Einfluss von nicht-invasiver Hirnstimulation im Schlaf auf die Gedächtniskonsolidierung

Die förderliche Wirkung von Schlaf auf die Gedächtniskonsolidierung ist bei jungen gesunden Menschen gut untersucht. Erste Ergebnisse zeigen, dass hier die Effekte durch Hirnstimulation verstärkt werden können. Mit zunehmendem Alter verändert sich jedoch der Schlaf-Wach-Rhythmus. Die altersbedingten Schlafveränderungen können sich qualitativ und quantitativ von denen bei Personen mit neurodegenerativen Erkrankungen (z.B. Alzheimer-Demenz, Patienten mit leichten kognitiven Störungen (MCI)) unterscheiden. Dabei ist weitestgehend unklar, wie Schlafstörungen die kognitiven Veränderungen (z. B. auf das Gedächtnis) modulieren. In diesem Projekt wird untersucht, ob sich auch bei Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen ein förderlicher Effekt auf die Gedächtniskonsolidierung durch Hirnstimulation im Schlaf (sowohl Nacht- als auch Nachtmittagschlaf) nachweisen lässt.

Kooperationen bestehen unter anderem mit dem Arbeitsbereich Allgemeine und Neurokognitive Psychologie der Freien Universität Berlin (Dr. Sascha Tamm)

Studienleitung: Prof. Dr. med. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, Neurologie CCM)

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Transkranielle Gleichstromstimulation und intensives kognitives Training bei Patienten mit leichten kognitiven Störungen

In diesem Projekt werden die Wirksamkeit und potentielle Wirkmechanismen eines neuen Behandlungsansatzes bei Patienten mit leichten Beeinträchtigungen in der Gedächtnisleistung untersucht. Der Behandlungsansatz umfasst ein intensives mehrtägiges Training einer visuell-räumlichen Aufgabe und begleitende Hirnstimulation. Strukturelle und funktionelle zerebrale Korrelate der Verhaltensänderungen werden u.a. mittels Magnetresonanztomographie (MRT) erfasst.

Studienleitung: Prof. Dr. med. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, Neurologie CCM)

Flyer LOCATO

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Lifestyle-Studien: Einfluss von Lebensstilfaktoren auf das Gehirn

Bisherige Daten lassen vermuten, dass ein gesunder Lebensstil dazu beitragen kann, das Risiko von altersabhängigen Erkrankungen zu verringern. Neben Rauchgewohnheiten, Alkoholkonsum, Gewicht und sozialer Interaktion werden körperlicher Aktivität und der Ernährung eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Der direkte Einfluss dieser Faktoren auf die Kognition beim Menschen ist jedoch noch unklar, ebenso wie die zugrunde liegenden Mechanismen.

Die Arbeitsgruppe untersucht in verschiedenen Interventionsstudien (Projekt 1: Gehirnverbesserung durch diätische Maßnahmen bei älteren Menschen; Projekt 2: Gehirnverbesserung durch Kombination von diätischen Maßnahmen, Sport und kognitiver Stimulation bei Menschen mit bestehender leichter Gedächtniseinschränkung (sog. Mild Cognitive Impairment, MCI) den Einfluss von Sport und gesunder Ernährung (u.a. Kalorienrestriktion, Omega-3 Fettsäuren) auf das alternde Gehirn. Dabei werden neuropsychologische Testverfahren, Analyse peripherer Biomarker im Blut, und bildgebende Verfahren wie strukturelle und funktionelle Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) eingesetzt.

Studienleitung: Prof. Dr. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, CSB, Neurologie CCM)

SUNAK-Studie: Sunphenon EGCg (Epigallocatechin-Gallat) im frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit

In dieser Studie untersuchen wir, ob die regelmäßige Einnahme des Extraktes aus dem Grünen Tee (Epigallocatechin-Gallat, EGCG) das Voranschreiten der Erkrankung bei Patienten mit Alzheimer-Demenz verlangsamen kann. Es handelt sich um eine multizentrische Eine Studie, die an mehreren Zentren durchgeführt wird., randomisierte Die Zuteilung in die Behandlungsarme erfolgt rein zufällig., placebokontrollierte In einem Studienarm erhalten die Patienten ein sogenanntes Placebo. Das ist ein Scheinmedikament, welches wie die Studienmedikation aussieht, aber keinen Wirkstoff enthält., doppelblinde Doppelblind bedeutet, dass weder der Patienten noch der Arzt wissen, ob der Patient die Studienmedikation oder das Placebo erhält (bzw. bei Studien ohne Medikation: in welchem Studeinarm der Patient sich befindet). Studie. Teilnehmen können männliche und weibliche Patienten mit der Diagnose einer Demenz vom Typ Alzheimer ab einem Alter von 60 Jahren, die sich in einer frühen Krankheitsphase befinden. Das Studienmedikament wird als Kapsel zweimal täglich eingenommen.

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC, ECRC)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Kognitive Störungen nach wiederholten Schädelhirntraumata

Schädelhirntraumata sind häufig, insbesondere bei Risikosportarten wie Fußball oder Eishockey. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass auch leichte Schädelhirntraumata (Schädelhirntrauma 1. Grades, SHT 1. Grades, Gehirnerschütterung) zu bleibenden kognitiven Defiziten führen können. Darüber hinaus haben Patienten nach SHT 1. Grades ein höheres Risiko an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken. Die genauen Mechanismen sind hier noch unklar. Es werden aber Veränderungen der Aktivität von verschiedenen Botenstoffen im Gehirn angenommen.

PROJEKT 1 untersucht den Einfluss von transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) auf die Aktivität bestimmter Botenstoffe bei jungen Patienten (< 40 Jahre) nach wiederholten SHT 1. Grades. Verschiedene Botenstoffaktivitäten werden vorab mittels nichtinvasiver Methoden (sogenannter transkranieller Magnetstimulation, TMS) bestimmt. Patienten erhalten zudem ausführliche neuropsychologische Testungen und ein MRT des Kopfes. Perspektivisch könnte die tDCS somit helfen, bei Patienten nach SHT 1. Grades veränderte Botenstoffaktivitäten auszugleichen und die Patienten so besser vor Gedächtnisstörungen im Alter zu schützen.

PROJEKT 2 befasst sich mit dem Einfluss von tDCS auf die Aktivität bestimmter Botenstoffe bei älteren Patienten (> 55 Jahre), die ein SHT 1. Grades vor dem 35. Lebensjahr erlitten haben. Wie im Projekt 1 wird die Botenstoffaktivität mittels TMS bestimmt und die Patienten erhalten ein MRT sowie eine ausführliche neuropsychologische Testung. Zusätzlich werden verschiedene Biomarker im Blut bestimmt. Mit Verlaufsuntersuchungen (TMS, MRT, Blutbiomarker) nach einem und nach zwei Jahren wird geprüft, ob diese Marker prädiktiv für eine „beschleunigte“ Neurodegeneration sind.

Studienleitung: Prof. Dr. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, Neurologie CCM)

LESO-Studie: Mechanismen tDCS-induzierter Lernverbesserung – Die Rolle von Serotonin

Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) ist ein Verfahren zur Steigerung der Lern- und Gedächtnisleistung (z.B. zur Behandlung leichter Beeinträchtigungen in der Gedächtnisleistung). Bei diesem Verfahren wird mit Hilfe eines schwachen Gleichstroms die Erregbarkeit kortikaler Neurone erhöht, so dass sich signifikante (wenn auch geringe und kurzzeitige) Verbesserungen der räumlich-visuellen Lernleistung erreichen lassen (Flöel et al., 2008). Nitsche et al. (2009) konnten zeigen, dass die gleichzeitige Applikation eines selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmers (SSRI) die kortikale Erregbarkeit des Motorkortex durch tDCS verbessert. Ziel dieser Studie ist es daher, bei jungen und älteren gesunden Probanden zu untersuchen, ob die gleichzeitige Gabe eines SSRI die Wirkung von tDCS auf die räumlich-visuelle Lernfähigkeit verstärkt und verlängert.

Studienleitung: Prof. Dr. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, Neurologie CCM)

Link zur Studie bei clinicaltrials.gov

Studien zu gestörter Glukose-Toleranz:

Glukose-Toleranz-Studie: Training - Vorteilhaft für Gefäße und Nervenzellen?

Bisherige Daten legen nahe, dass Sport positive Effekte auf die hirnversorgenden Gefäße hat. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass Sport eine bestehende pathologische Glukosetoleranz (PGT) bzw. einen Diabetes mellitus verbessern kann, sogar ohne eine begleitende Gewichtsabnahme.

In dieser monozentrischen Eine Studie, die an mehreren Zentren durchgeführt wird., prospektiven Im Gegensatz zu retrospektiv, eine Datenerhebung und Analyse, die sich auf die Zukunft bezieht, d.h. die Hypothese besteht bereits vor der Untersuchung fest.  , einfachblinden, randomisierten Die Zuteilung in die Behandlungsarme erfolgt rein zufällig., placebokontrollierten In einem Studienarm erhalten die Patienten ein sogenanntes Placebos. Das ist ein Scheinmedikament, welches wie die Studienmedikation aussieht, aber keinen Wirkstoff enthält. Studie soll der Effektes von „Nordic Walking“ auf die Gedächtnisleistung und auf vaskuläre Funktionen bei älteren Personen untersucht werden. Unsere Ergebnisse werden es erlauben, spezifische Sportinterventionen für diese Gruppe älterer Menschen zu entwickeln, eventuell sogar pharmazeutische „Sport-Mimetika“ (z. B. neurotrophe Faktoren, die injiziert werden können).

Studienleitung: Prof. Dr. Agnes Flöel (AG Kognitive Neurologie, NCRC, CSB, Neurologie CCM)