International Visiting Fellows

Das Ziel des NeuroCure-Förderprogramms „International Visiting Fellows“ ist es, ausländische Spitzenwissenschaftlerinnen und Spitzenwissenschaftler langfristig in die Berliner Forschungslandschaft einzubinden, um so das internationale Profil der NeuroCure Partner-Universitäten und -Forschungseinrichtungen weiter zu stärken sowie Kooperationen zu fördern.

Visiting Fellows kommen mehrmals im Jahr nach Berlin und beteiligen sich aktiv an den Forschungs- und Lehraktivitäten des Clusters. Dies erfolgt beispielsweise in Form von gemeinsamen Projekten, der Entwicklung neuer Technologien oder durch wissenschaftliche Vorträge, die auch zur Ergänzung der Lehre dienen.

Das Exzellenzcluster fördert NeuroCure Visiting Fellows durch eine direkte Finanzierung und ermöglicht ihnen die Mitarbeit in NeuroCure Arbeitsgruppen. Assoziierte Visiting Fellows aus Förderprogrammen anderer Berliner Institutionen wie der Einstein Stiftung Berlin und dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung können ebenfalls in NeuroCure Laboren mitarbeiten. Einige dieser International Fellows haben nach erfolgreicher Zusammenarbeit mit NeuroCure Kollegeninnen und Kollegen weitere Stipendien von anderen renommierten Institutionen wie der Alexander von Humboldt Foundation erhalten.

NeuroCure Visiting Fellows

Prof. Dr. Martyn Goulding

Prof. Dr. Martyn Goulding ist seit April 2016 NeuroCure Visiting Fellow. Während seiner Forschungsaufenthalte in Berlin arbeitet er im Labor von Prof. Dr. Carmen Birchmeier, am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC).

Martyn Goulding ist Lehrstuhlinhaber des Labors für Molekulare Neurobiologie am Salk Institute for Biological Studies in La Jolla, Kalifornien. Nach seiner Promotion in molekularer Zellbiologie an der University of Auckland in Neuseeland, arbeitete er als Postdoc in Entwicklungsbiologie am Max-Planck-Institut in Göttingen. Anschließend arbeitete er als MRC Senior Research Fellow an der University of London, Großbritannien, bevor er aufgrund einer Professur nach Kalifornien am Salk Institut sowie für eine außerordentliche Professur an die Universität von Kalifornien San Diego, Institut für Biologie, wechselte.

Die Forschung von Martyn Goulding konzentriert sich auf die genetische Identifizierung sowie funktionelle Charakterisierung von Interneuron-Zelltypen im Rückenmark, die die spinale sensomotorische Schaltung  bilden. Sein Labor hat grundlegende Entdeckungen im Bezug auf die Identität und Funktion der spinalen Interneuronen (INs) gemacht, die rhythmische lokomotorische Bewegungen erzeugen und deren Muster bestimmen. Seine Forschung ist derzeit auf das Präparieren der Schaltung im Hinterhorn des Rückenmarks gerichtet, die die Übertragung  von Schmerzen, Juckreiz und nicht schmerzhaften sensorischen Reizen reguliert.

Prof. Dr. Georg Kuhn

Prof. Dr. Hans-Georg Kuhn ist seit April 2016 NeuroCure Visiting Fellow. Während seiner Forschungsaufenthalte in Berlin arbeitet er im Labor von Prof. Dr. Ulrich Dirnagl an der Klinik für Neurologie an der Charité.

Georg Kuhn ist Professor für Regenerative Neurowissenschaft an der Universität Göteborg in Schweden. Nach seiner Doktorarbeit in molekularer Neurobiologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, arbeitete er als Postdoc am Department of Neurosciences der University of California San Diego, später am Salk Institute, Californien. Anschließend war er als Gruppenleiter im Neurogenese Labor der Universität Regensburg beschäftigt, später als Dozent am Institut für Neurowissenschaft und Physiologie an der Universität Göteborg.

Das langfristige Ziel Georg Kuhns Forschung ist, Reparaturmechanismen im Gehirn anzuregen, umfunktionelle Verbesserungen nach neurologischen Erkrankungen zu erreichen. Der Schwerpunkt liegt darin, Mechanismen und Signale in der Peripherie zu charakterisieren, welche die zellulären Plastizitätsmechanismen im ZNS stimulieren können. Dies beinhaltet Tiermodelle für Schlaganfall und Strahlenschädigung, sowie Zellkulturmodelle. Diese Ziele stehen auch im Zusammenhang mit epidemiologischen Untersuchungen zur Auswirkung kardiovaskulärer Fitness auf Kognition und neurologische Erkrankungen sowie mit klinischen Studien zur multisensorischen Stimulation in der Spät-Neurorehabilitation nach Schlaganfall.

Prof. Dr. Alison Lloyd

Prof. Dr. Alison Lloyd ist seit April 2015 NeuroCure Visiting Fellow. Sie arbeitet im Labor von Prof. Dr. Britta Eickholt im Institut für Biochemie an der Charité.

Alison Lloyd ist Gruppenleiterin und Professorin für Zellbiologie im MRC Laboratory for Molecular Cell Biology und im UCL Cancer Institute, University College London. Nach ihrer Promotion in Zell- und Molekularbiologie am Institute for Cancer Research, Chester Beatty Laboratories, London arbeitete sie als Postdoc an der Faculté de Médecine in Straßburg und koordinierte danach den Bereich Technologietransfer am Ludwig Institute for Cancer Research, London. Bevor sie Professorin wurde, war sie Postdoctoral Fellow an den Imperial Cancer Research Fund Laboratories in London.

Die Forschung von Alison Lloyd konzentriert sich auf die zelluläre Biogenese und Geweberegeneration sowie die Rolle dieser Prozesse in der Krebstherapie mit Hilfe des peripheren Nervensystems (PNS) von Säugetieren als Modellsystem. Die Relevanz ihrer Arbeit geht über das Feld der Krebsbiologie hinaus, da es auch Implikationen für Neurofibromatose Typ 1 (NF1) hat, welche eine Prädisposition für die Entwicklung von Tumoren darstellt.

Dr. Panayiota Poirazi

Dr. Panayiota Poirazi ist seit April 2016 NeuroCure Visiting Fellow. Während ihrer Forschungsaufenthalte in Berlin arbeitet sie im Labor von Prof. Dr. Matthew Larkum am Institut für Biologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Panayiota Poirazi ist Forschungsleiterin (entspricht einer Professur) am Institute of Molecular Biology & Biotechnology, Foundation for Research & Technology-Hellas (IMBB-FORTH), ein Center of Excellence in Griechenland. Im Anschluss an ein Promotionsstudium in Biomedical Engineering an der University of Southern California, Los Angeles, arbeitete sie als Postdoc in Bioinformatik an der Biomedical Sciences Research Center "Alexander Fleming", Institut für Immunologie in Griechenland. Danach wechselte sie zum IMBB - FORTH als Marie Curie Postdoctoral Researcher.

Panayiota Poirazi ist ein international anerkannter Neurowissenschaftlerin mit umfassender  Expertise, Computermodelle von neuronalen Zellen und Schaltungen zu entwickeln, die verwendet werden, um Informationsverarbeitung sowie Mechanismen des Lernen und Gedächtnisses zu verstehen. Ihre Forschung geht der Frage nach, wie Dendriten zu der Informationsverarbeitung sowie Speicherkapazität des neuronalen Gewebes beitragen. Ihre Modellierungen haben zu einer Reihe von experimentell überprüfbaren Vorhersagen geführt. Diese haben die Neurowissenschaften stark beeinflusst, indem sie zu hochkarätigen experimentellen Studien geführt haben, die diese Vorhersagen bestätigten.

Prof. Dr. Evgeny Rogaev

Prof. Dr. Evgeny Rogaev ist seit April 2016 NeuroCure Visiting Fellow. Während seiner Forschungsaufenthalte in Berlin arbeitet er im Labor von Prof. Dr. Victor Tarabykin im Institut für Zell- und Neurobiologie an der Charité.

Evgeny Rogaev ist Professor für Psychiatrie an der University of Massachusetts. Nach seiner Promotion in der medizinischen Genetik an der Russischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (RAMS) in Moskau, arbeitete er als Leiter des Molecular Brain Genetics Labors am National Research Center of Mental Health, RAMS. In dieser Zeit arbeitete er ebenfalls als Gastwissenschaftler und Gastprofessor ​​am Centre for Research in Neurodegenerative Diseases an der Universität von Toronto, bevor er seine aktuelle Position in den USA übernahm. Ferner war Evgeny Rogaev Leiter des Labors für Evolutionäre Genomik im Vavilov Institut für Allgemeine Genetik in Moskau.

Evgeny Rogaev hat Erfahrung sowohl in der experimentellen Forschung als auch in der Bioinformatik. Er ist für seine bahnbrechende Entdeckung der Präseniline bekannt, einige der wichtigsten Genen für Alzheimer. Sein Labor hat auch Hochdurchsatz-genomische Technologien etabliert, die er in verschiedenen neurowissenschaftlichen Bereichen anwendet. Seine aktuelle Forschung konzentriert sich auf die Aufklärung der genetischen - epigenetischen Interaktionen als mutmaßlicher Mechanismus vieler komplexer neuropsychiatrischer Störungen, einschließlich Schizophrenie, affektive Störungen sowie Demenzerkrankungen.

Prof. Dr. Hermona Soreq

Prof. Dr. Hermona Soreq ist seit April 2015 NeuroCure Visiting Fellow. Sie arbeitet im Labor von Prof. Dr. Andreas Meisel im Charité Institut für Neurologie.

Hermona Soreq studierte Molekularbiologie am Weizmann Institute of Science und arbeitet an der Hebrew University seit 1986. Sie ist Inhaberin des Slesinger Lehrstuhls für Molekulare Neurowissenschaft sowie Gründungsmitglied des Edmond and Lily Safra Center for Brain Science der Hebrew University.

Der Forschungsschwerpunkt von Hermona Soreq liegt auf der Funktion von Azetylcholin. Sie leistet Pionierarbeit bei der Anwendung von molekularbiologischen und genetischen Techniken zur Entschlüsselung von cholinergen Signalwegen im Gehirn, zuletzt mit dem Fokus der Regulierung dieser Signalwege durch microRNAs. Sie ist ebenfalls an der gegenseitigen Gehirn-Körper Kontrolle ("checks and brain-to-body balances") von cholinergen Mechanismen in Gesundheit und Krankheit interessiert.

Prof. Dr. Roger Traub

Prof. Dr. Roger Traub ist seit Dezember 2014 Visiting Fellow. Er arbeitet in den Laboren von Prof. Dr. Dietmar Schmitz im Neurowissenschaftlichen Forschungszentrum (NWFZ) an der Charité bzw. Prof. Dr. Michael Brecht im Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin (BCCN) an der Humboldt-Universität zu Berlin.  

Roger Traub studierte an der Princeton University, New Jersey, USA Mathematik und absolvierte daraufhin sein Medizinstudium an der University of Pennsylvania. Seit 2001 ist er Professor für Physiologie, Pharmakologie und Neurologie an der State University of New York. Zudem arbeitet er als Forschungsmitglied für IBM im Watson Research Center.

Roger Traub ist Experte für die Computersimulation von Schaltkreisen zwischen kortikalen Neuronen, die ihre Anwendung zum Beispiel bei der Erforschung der Epilepsie findet. In Kooperation mit den Arbeitsgruppen von Dietmar Schmitz und Michael Brecht, erforscht er schnelle Netzwerkoszillationen und intrazelluläre Spikes bzw. Spikelets sowohl in vitro als auch in vivo. Die von Roger Traub entwickelten Netzwerksimulationen ermöglichen in hohem Maße die realen Bedingungen abbilden zu können und spezifische und verifizierbare Vorhersagen zu machen. Beispiele sind u.a. die Vorhersage von Gamma-Oszillationen in Netzwerken von Interneuronen, die Rolle von Interneuronen-Paaren und die Rolle von Gap Junction-Kanälen. Dies ermöglicht den NeuroCure-Wissenschaftlen und -Wissenschaftlerinnen, auch kryptische experimentelle Beobachtungen weiter zu analysieren.

Assoziierte Visiting Fellows

Bassem Hassan, Katholieke Universiteit Leuven, Belgien
Einstein/BIH Fellowship – Host: Arbeitsgruppe Prof. Hiesinger
 
Cheng-Chang Lien, National Yang-Ming University, Taiwan
Alexander von Humboldt Fellowship – Host: Arbeitsgruppe Prof. Vida, Arbeitsgruppe Prof. Schmitz
 
Thomas Südhof, Stanford School of Medicine, USA
Einstein/BIH Fellowship – Host: Arbeitsgruppe Prof. Rosenmund
 

Ehemalige NeuroCure und assoziierte Visiting Fellows

Alison L. Barth, Carnegie Mellon University, USA
Host: Arbeitsgruppe Dr. Poulet
(NeuroCure Visiting Fellow)
 
Burkhard Becher, Universität Zürich, Schweiz
Host: Arbeitsgruppe Prof. Heppner
(NeuroCure Visiting Fellow)
 
Craig C. Garner, Stanford School of Medicine, USA
Host: Arbeitsgruppe Prof. Rosenmund
(NeuroCure Visiting Fellow)
 
Matthew Holt, Katholieke Universiteit Leuven, Belgien
Host: Arbeitsgruppe Prof. Sigrist
(NeuroCure Visiting Fellow)
 
Erik Jorgensen, University of Utah, USA
Host: Arbeitsgruppe Prof. Rosenmund
(NeuroCure Visiting Fellow, Alexander von Humboldt Fellow)
 
Cheng-Chang Lien, National Yang-Ming University, Taiwan
Host: Arbeitsgruppe Prof. Vida, Arbeitsgruppe Prof. Schmitz
(NeuroCure Visiting Fellow)
 
Brian MacVicar, University of British Columbia, Kanada
Host: Arbeitsgruppe Prof. Kettenmann
(NeuroCure Visiting Fellow)
 
Istvan Mody, University of California UCLA School of Medicine, USA
Host: Arbeitsgruppe Prof. Heinemann, Arbeitsgruppe Prof. Schmitz
(NeuroCure Visiting Fellow)
 
Israel Sekler, Ben-Gurion University, Israel
Host: Arbeitsgruppe Prof. Kettenmann
(NeuroCure Visiting Fellow)
 
Roger Traub, IBM Thomas J. Watson Research Center, USA
Host: Arbeitsgruppe Prof. Schmitz
(Einstein Visiting Fellow)
 
Tony Wyss-Coray, Stanford University School of Medicine, USA
Host: Arbeitsgruppe Prof. Heppner
(NeuroCure Visiting Fellow)