NeuroCure Visiting Fellows

Das Ziel des Förderprogramms „Visiting Fellows“ ist es, ausländische Spitzenwissenschaftlerinnen und Spitzenwissenschaftler längerfristig in die Berliner Forschungslandschaft einzubinden, um so das internationale Profil der Berliner Universitäten und Forschungseinrichtungen zukünftig weiter zu stärken sowie Kollaborationen zu fördern.

Voraussetzung dafür ist, dass der/die Visiting Fellow mehrmals im Jahr in Berlin präsent ist und sich aktiv an den Forschungs- und Lehraktivitäten des Clusters beteiligt. Dies erfolgt beispielsweise in Form von gemeinsamen Projekten, der Entwicklung neuer Technologien oder durch wissensschaftliche Vorträge, die auch zur Ergänzung der Lehre dienen.

Prof. Dr. Cheng-Chang Lien

Prof. Dr. Cheng-Chang Lien ist seit April 2015 NeuroCure Visiting Fellow. Er arbeitet im Labor von Prof. Dr. Imre Vida im Institut für Integrative Neuroanatomie an der Charité.

Cheng-Chang Lien ist Associate Professor für Neurowissenschaften an der National Yang-Ming University in Taiwan. Nach seinem Medizinstudium an der China Medical University in Taiwain erwarb er seinen Doktortitel in Physiologie/Neurowissenschaften an der Universität Freiburg. Er arbeitete als Postdoc an der Universität Freiburg und der UC Berkeley, bevor er den Ruf der National Yang-Ming University annahm. Im Jahr 2012 war Cheng-Chang Lien Gastwissenschaftler am Institut für Physiologie und Pathophysiologie an der Universität Heidelberg.

Das Labor von Cheng-Chang Lien wendet einen multidisziplinären Ansatz an, einschließlich der Elektrophysiologie, Pharmakologie, Molekularbiologie, der Optogenetik und Computermodellierung, um Subtyp-spezifische Eigenschaften bei GABAergen Neuronen im Hippocampus zu entdecken, sowie deren mögliche Rolle bei der Neurotransmission und bei Veränderungen von Lern- und Gedächtnisvorgängen.

Prof. Dr. Alison Lloyd

Prof. Dr. Alison Lloyd ist seit April 2015 NeuroCure Visiting Fellow. Sie arbeitet im Labor von Prof. Dr. Britta Eickholt im Institut für Biochemie an der Charité.

Alison Lloyd ist Gruppenleiterin und Professorin für Zellbiologie im MRC Laboratory for Molecular Cell Biology und im UCL Cancer Institute, University College London. Nach ihrer Promotion in Zell- und Molekularbiologie am Institute for Cancer Research, Chester Beatty Laboratories, London arbeitete sie als Postdoc an der Faculté de Médecine in Straßburg und koordinierte danach den Bereich Technologietransfer am Ludwig Institute for Cancer Research, London. Bevor sie Professorin wurde, war sie Postdoctoral Fellow an den Imperial Cancer Research Fund Laboratories in London.

Die Forschung von Alison Lloyd konzentriert sich auf die zelluläre Biogenese und Geweberegeneration sowie die Rolle dieser Prozesse in der Krebstherapie mit Hilfe des peripheren Nervensystems (PNS) von Säugetieren als Modellsystem. Die Relevanz ihrer Arbeit geht über das Feld der Krebsbiologie hinaus, da es auch Implikationen für Neurofibromatose Typ 1 (NF1) hat, welche eine Prädisposition für die Entwicklung von Tumoren darstellt.

Prof. Dr. Hermona Soreq

Prof. Dr. Hermona Soreq ist seit April 2015 NeuroCure Visiting Fellow. Sie arbeitet im Labor von Prof. Dr. Andreas Meisel im Charité Institut für Neurologie.

Hermona Soreq studierte Molekularbiologie am Weizmann Institute of Science und arbeitet an der Hebrew University seit 1986. Sie ist Inhaberin des Slesinger Lehrstuhls für Molekulare Neurowissenschaft sowie Gründungsmitglied des Edmond and Lily Safra Center for Brain Science der Hebrew University.

Der Forschungsschwerpunkt von Hermona Soreq liegt auf der Funktion von Azetylcholin. Sie leistet Pionierarbeit bei der Anwendung von molekularbiologischen und genetischen Techniken zur Entschlüsselung von cholinergen Signalwegen im Gehirn, zuletzt mit dem Fokus der Regulierung dieser Signalwege durch microRNAs. Sie ist ebenfalls an der gegenseitigen Gehirn-Körper Kontrolle ("checks and brain-to-body balances") von cholinergen Mechanismen in Gesundheit und Krankheit interessiert.

Prof. Dr. Roger Traub

Prof. Dr. Roger Traub ist seit Dezember 2014 Visiting Fellow. Er arbeitet in den Laboren von Prof. Dr. Dietmar Schmitz im Neurowissenschaftlichen Forschungszentrum (NWFZ) an der Charité bzw. Prof. Dr. Michael Brecht im Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin (BCCN) an der Humboldt-Universität zu Berlin.  

Roger Traub studierte an der Princeton University, New Jersey, USA Mathematik und absolvierte daraufhin sein Medizinstudium an der University of Pennsylvania. Seit 2001 ist er Professor für Physiologie, Pharmakologie und Neurologie an der State University of New York. Zudem arbeitet er als Forschungsmitglied für IBM im Watson Research Center.

Roger Traub ist Experte für die Computersimulation von Schaltkreisen zwischen kortikalen Neuronen, die ihre Anwendung zum Beispiel bei der Erforschung der Epilepsie findet. In Kooperation mit den Arbeitsgruppen von Dietmar Schmitz und Michael Brecht, erforscht er schnelle Netzwerkoszillationen und intrazelluläre Spikes bzw. Spikelets sowohl in vitro als auch in vivo. Die von Roger Traub entwickelten Netzwerksimulationen ermöglichen in hohem Maße die realen Bedingungen abbilden zu können und spezifische und verifizierbare Vorhersagen zu machen. Beispiele sind u.a. die Vorhersage von Gamma-Oszillationen in Netzwerken von Interneuronen, die Rolle von Interneuronen-Paaren und die Rolle von Gap Junction-Kanälen. Dies ermöglicht den NeuroCure-Wissenschaftlen und -Wissenschaftlerinnen, auch kryptische experimentelle Beobachtungen weiter zu analysieren.

Ehemalige NeuroCure Visiting Fellows

Diese Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die Berliner Neurowissenschaften als NeuroCure Visiting Fellows bereichert.

Alison L. Barth, Carnegie Mellon University, USA

Burkhard Becher, Universität Zürich, Schweiz

Craig C. Garner, Stanford University School of Medicine, USA

Matthew Holt, Katholieke Universiteit Leuven, Belgien

Erik Jorgensen, University of Utah, USA

Brian MacVicar, University of British Columbia, Kanada

Istvan Mody, University of California UCLA School of Medicine, USA

Israel Sekler, Ben-Gurion University, Israel

Tony Wyss-Coray, Stanford University School of Medicine, USA