AG Kognitive Neurologie

Die AG Kognitive Neurologie unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Agnes Flöel befasst sich mit den Themen gesundes Altern, kognitive Einschränkungen im Alter sowie Neurorehabilitation nach Schlaganfall sowie bei vaskulärer und Alzheimer-Demenz. Hierzu werden Lernprozesse im gesunden alternden oder durch Schlaganfall geschädigten Gehirn untersucht (z.B. durch Verhaltensmessungen oder MRT-basierte Bildgebung). 
Darauf aufbauend werden interventionelle Verfahren zur Lernverbesserung entwickelt, speziell im Bereich der Erholung von Sprache und Motorik nach einem Schlaganfall sowie bei neurodegenerativen Erkrankungen. Dazu gehören die Lernförderung durch Medikamente, die elektrische Hirnstimulation und Lebensstil-Interventionen wie körperliche Aktivität oder diätische Ansätze. In diesem Kontext wird außerdem die Interaktion des Ansprechens auf interventionelle Verfahren mit genetischer Anlage untersucht.

Schwerpunkte

Als Demenz bezeichnet man allgemein den Verlust geistiger (kognitiver) Fähigkeiten. Verschiedene höhere kognitive Funktionen wie z. B. das Gedächtnis, Denken, Orientierung, Sprache sind betroffen, begleitet oder gefolgt von Veränderungen im emotionalen und Sozialverhalten der Patienten. Die Defizite können dabei so stark ausgeprägt sein, dass sie die Aktivität des täglichen Lebens beeinträchtigen. Im fortgeschrittenen Stadium führen die Funktionseinbußen zum Verlust der Alltagskompetenz und Pflegebedürftigkeit.

Demenzielle Erkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Alter. Nach Angaben der deutschen Alzheimergesellschaft leiden in Deutschland derzeit knapp 1 Million Menschen (bezogen auf die 65-jährigen und älter) an einer Demenz. Es gibt verschiedene Demenzformen. Die häufigste und bekannteste Form ist die Alzheimer-Demenz. Die Ursachen von Demenz-Erkrankungen sind komplex und noch nicht vollständig verstanden. Je nach Demenzform stehen neurodegenerative (hier kommt es zum fortschreitenden Verlust von Nervenzellen) oder vaskuläre (gefäßbedingte) Veränderungen des Gehirns im Vordergrund, aber auch die Bedeutung von Umwelteinflüssen wird zunehmend diskutiert. Gegenwärtig existieren noch keine anerkannten „Krankheits-verhindernden“ Therapien.  Bisher ist die Behandlung auf das Hinauszögern des kognitiven Abbaus und eine möglichst lange Erhaltung einer selbstständigen Lebensweise ausgerichtet.

AG Leitung

Prof. Dr. med. Agnes Flöel
Prof. Dr. med. Agnes Flöel ist Professorin für Neurologie an der Charité. Ihr Medizinstudium absolvierte sie an der Universität Hannover. Nach klinischen Tätigkeiten am Universitätsklinikum Münster ging sie für einen zweijährigen Forschungsaufenthalt an das National Institute of Neurological Disorders and Stroke (Nationales Institut für Neurologische Erkrankungen und Schlaganfall) nach Bethesda, Maryland (USA) bevor sie anschließend wieder nach Münster zurückkehrte. 2009 nahm Agnes Flöel den Ruf auf die Professur „Pathophysiologie Zerebrovaskulärer Erkrankungen“ an der Charité an. Hier arbeitet sie außerdem als Oberärztin an der Klinik für Neurologie am Charité Campus Mitte. Zudem ist sie seit 2009 Mitglied des Exzellenzclusters NeuroCure sowie des Zentrums für Schlaganfallforschung. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Erkrankungen des Alterns, wie zum Beispiel Demenz und Schlaganfall, sowie funktionelle und strukturelle Bildgebung höherer kognitiver Funktionen wie Sprache und Gedächtnis bei gesunden Probanden und bei Patienten. Seit 2009 leitet sie die Arbeitsgruppe Kognitive Neurologie der Klinik für Neurologie. Ihre Arbeitsgruppe ist seit 2013 auch im NeuroCure Clinical Research Center eingebunden.

Kooperationen
  • Klinik für Neurologie (Direktor Prof. Dr. M. Endres)
  • Centrum für Schlaganfall-Forschung Berlin CSB
  • Berlin School of Mind & Brain
  • Dr. med. Friedhelm Hummel, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Prof. Dr. med. Michael Nitsche, Klinik für Klinische Neurophysiologie, Universitätsmedizin Göttingen
  • Prof. Shu-Chen Li, Ph.D., Entwicklungspsychologie und Neurowissenschaft der Lebensspanne, Technische Universität Dresden
  • Prof. Dr. Michael Falkenstein, Institut für Psychologie, Technische Universität Dortmund
  • Dr. Florian Schubert, In vivo MRI, Research Group 8.12, Physikalisch-Technische Bundesanstalt Berlin
  • Prof. Dr. rer. nat. Torsten Schubert, Institut für Psychologie, HU Berlin
  • Andreas Meisel, AG zerebrovaskuläre Erkrankungen, NeuroCure klinisches Forschungszentrum (NCRC) Berlin